Geburtshilfe Frauenheilkd 2010; 70 - A26
DOI: 10.1055/s-0030-1252097

Immunhistochemische ERCC1-Expressionsmuster und m-RNA Extraktionsprofile seröser Ovarialcarcinome und deren Korrelation zu Sensitivität bzw. Resistenzbildung bei Platin-basierten Chemotherapien.

H Bösmüller 1, F Roithmeier 1, W Stummvoll 2, M Klier 3
  • 1Inst. für Klinische Pathologie
  • 2Abteilung für Gynäkologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern, Linz
  • 3Institut für Pathologie der Universität Tübingen, Tübingen

19 Patientinnen mit R-0 resezierten serösen Ovarialcarcinomen (Stadien pT1c-pT3c) wurden retrospektiv hinsichtlich Zusammenhängen zwischen ERCC1-Reparaturenzym Expressionsmustern und Verhalten bei Platin-basierten Chemotherapien untersucht, klinisch galten 15 als Platin-sensitiv und 4 als Platin-resistent.

Paraffineingebettetes Tumormaterial wurde immunhistochemisch auf ERCC1-Expression (DCS Immunoline Lot F818, Hamburg) untersucht, als interne Kontrolle wurde Ovarialstroma herangezogen. Die m-RNA Extraktion erfolgte ebenfalls aus Paraffinmaterial, als Kontrolle diente Tubenepithel bzw. das intron-überspannende Vergleichsgen TBP.

Eine starke ERCC1 Expression (Excision repair cross-complementing rodent repair deficiency complementation group 1) gilt gemäß Literatur als Hinweis auf höhere Wahrscheinlichkeit bezüglich Platin-Resistenz bei Ovarialcarcinomen. Von 19 Patientinnen wiesen 13 ein positives immunhistochemisches Reaktionsmuster auf, 6 reagierten negativ. Die m-RNA Muster korrelierten mit der IHC bei 15 Fällen, 4 waren diskrepant. Bezogen auf die Korrelation mit dem Chemotherapieverhalten war das positive IHC-Reaktionsprodukt bei 10 Platin-sensitiven Patientinnen nicht übereinstimmend, von 4 resistenten Patientinnen reagierten 3 positiv. 5 von 6 Patientinnen mit negativer Reaktion waren Platin-sensitiv, nur 1 resistent. Ein niedriger m-RNA level korrelierte bei 7 Platin-sensitiven Patientinnen, weitere 8 sensitive Patientinnen waren mit hohem m-RNA level nicht konklusiv.

Ein positives immunhistochemisches ERCC1-Reaktionsprodukt bzw. ein hoher m-RNA level korrelierte bei 10 von 19 Patientinnen nicht mit deren Platin-Sensitivität, somit stimmten diese Ergebnisse nicht mit dem klinischen Verlauf überein. Eine negative Immunhistochemie bzw. ein niedriger m-RNA level korrelierte mit dem Therapieansprechen hingegen deutlich besser, nur eine einzige Platin-sensible Patientin wies ein negatives Reaktionsprodukt auf.