Pneumologie 2010; 64(4): 206
DOI: 10.1055/s-0030-1253280
Pneumo-Fokus

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York

Asthma bronchiale ‐ Lang wirksame ß2-Mimetika bergen Risiken

Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
07. April 2010 (online)

 

Schon seit 1993 gibt es in Studien Hinweise auf eine erhöhte Asthma-Mortalität bei dem Gebrauch lang wirksamer ß2-Mimetika. Weatherall et al. aus Neuseeland haben jetzt eine Metaanalyse von 215 Studien zu diesem Thema durchgeführt. Thorax 2010; 65: 39–43

Eine Salmeterol-Monotherapie erhöht das Risiko, an Asthma zu sterben (Bild: PhotoDisc).

Berücksichtigt wurden ausschließlich Daten aus randomisiert, kontrolliert und doppelblind angelegten Studien bis Januar 2008, dabei kamen 39 006 Patientenjahre zur Auswertung. Primärer Endpunkt waren die durch Asthma verursachten Todesfälle; sekundäre Endpunkte Todesfälle aller Art, Hospitalisierung und Notwendigkeit der Intubation.

Bei 57 607 Patienten, die Salmeterol verwendeten, traten 28 Asthma-Todesfälle auf. Im Vergleich dazu kam es bei 48 968 Patienten, die nicht mit lang wirksamen ß2-Agonisten behandelt wurden, zu 7 Todesfällen. Dies entspricht einer Odds Ratio (OR) von 2,7 (Konfidenzintervall [KI] 95 %; 1,4–5,3). Für alle Todesfälle betrug bei Salmeterol-Therapie die OR 1,3 (KI 1–1,8), für Hospitalisation 1,2 (KI 1,1–1,4), für Intubation 1,6 (KI 1–2,5). Unter Salmeterol-Monotherapie war das Risiko eines Asthma-Todes noch deutlicher erhöht (OR 7,3, KI 1,8–29,4). Bei einer nicht fixen Kombinationstherapie mit inhalierbaren Kortikosteroiden (ICS) betrug die OR für Asthma-Tod 2,1 (KI 0,6–7,9), während bei Personen, die mit einer fixen Kombination von Salmeterol mit Fluticason behandelt wurden, weder das Risiko für Asthma-Tod noch Tod durch andere Ursachen erhöht war, ebenso wenig die Hospitalisations- und Intubationsrate.

    >