ergopraxis 2009; 2(5): 12-13
DOI: 10.1055/s-0030-1254028
wissenschaft

Multiple Sklerose – Früherkennung von kognitiven Defiziten wichtig

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Publikationsdatum:
04. Mai 2010 (online)

 

Bereits im Frühstadium der schubförmigen Multiplen Sklerose (MS) zeigen Patientinnen messbare kognitive Defizite. Zu dem Ergebnis kam eine Gruppe von Neurologen um Dr. Claus C. Haase, die alle in verschiedenen Kliniken im Ruhrgebiet tätig sind.

Die Forscher untersuchten an MS erkrankte Frauen: 13 mit und 13 ohne körperliche Behinderungen. Diese verglichen sie mit 16 gesunden Kontrollpersonen. Sie setzten sieben neuropsychologische Tests ein, um Unterschiede zu den Gesunden bezüglich kognitiver Leistungen nachzuweisen. Die Ergebnisse zeigten, dass das verbale Gedächtnis und die Daueraufmerksamkeit unbeeinträchtigt waren. Hingegen traten Aufmerksamkeitsdefizite und andere kognitive Einschränkungen bei visuellen Fähigkeiten und Gedächtnisleistungen auf. Das bedeutet, dass die Patientinnen vorwiegend unter Aufmerksamkeitsproblemen litten. Sie konnten sich nicht auf mehrere Aktivitäten gleichzeitig konzentrieren. Zusätzlich waren ihr visuelles Gedächtnis und die visuell-räumliche Wahrnehmung eingeschränkt. Die Schwierigkeiten verstärkten sich bei körperlich beeinträchtigten Patientinnen.

Daraus ziehen die Forscher den Schluss, diese Testverfahren – anders als bisher – bereits im Frühstadium der MS einzusetzen. Damit könnten sie die Einschränkungen der Lebensqualität bereits bei behinderungsfreien Patienten erkennen und entsprechende übungstherapeutische Ansätze entwickeln.

suma

Akt Neurol 2008; 35: 2–7

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