Pneumologie 2011; 65(9): 532-536
DOI: 10.1055/s-0030-1256480
Historisches Kaleidoskop

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

250 Jahre „Inventum novum” – Leopold Auenbrugger[1]

250 Years “Inventum novum” – Leopold AuenbruggerU.  Koehler1
  • 1Klinik für Innere Medizin, SP Pneumologie, Intensiv- und Schlafmedizin (Direktor: Prof. Dr. C. Vogelmeier), Philipps-Universität, Marburg
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Publication Date:
06 September 2011 (online)

250 Jahre „Inventum novum”

Die Erfindung der Perkussion durch Leopold Auenbrugger darf durchaus als die bedeutendste Leistung der Heilkunst des 18. Jahrhunderts angesehen werden. Wie es der naturwissenschaftliche Charakter einer medizinischen Entdeckung bedingt, ist sie auf dem Boden langjähriger Beobachtung und Erfahrung gewachsen und gereift. Die Perkussion des Brustkorbs ist das unbestrittene geistige Eigentum Auenbruggers. Immerhin sieben volle Jahre hat der Autor auf die Arbeit verwandt, bevor er sie der Öffentlichkeit kundgetan hat. 1761 hat Auenbrugger Methode und Ergebnisse seiner Untersuchungen in einer Schrift veröffentlicht: „Inventum novum ex percussione thoracis humani ut signo abstrusos interni pectoris morbos detegendi” (Deutsche Übersetzung nach S. Ungar, Wien 1843: Neue Erfindung mittelst des Anschlagens an den Brustkorb, als eines Zeichens, verborgene Brustkrankheiten zu entdecken). Die Schrift wird nunmehr 250 Jahre alt und kann auch heute noch jedem klinisch tätigen Arzt als spannende Lektüre empfohlen werden. Beweist sie doch, mit welch großer Präzision Ärzte der damaligen Zeit ihr klinisches Handwerk verstanden und praktiziert haben.

1 Herrn Prof. Dr. P. von Wichert, ehemals Direktor der Medizinischen Poliklinik Marburg, von seinem Schüler in Anerkennung seines stetigen und beständigen Bemühens um die klinische Lehre sowie das Erlernen klinischer Fertigkeiten gewidmet.

Literatur

  • 1 Neuburger M. Leopold Auenbruggers Inventum Novum. Herausgeber M.. Wien und Leipzig: Neuburger Verlag Josef Safar; 1922
  • 2 Kutkowka A. Leopold Auenbrugger, Edler von Auenbrugg (1722 – 1809), der Erfinder der Perkussion des Thorax.  Zeitschrift für Allgemeinmedizin/Der Landarzt. 1972;  32 1502-1510
  • 3 Lesky E. Meilensteine der Wiener Medizin. Große Ärzte Österreichs in drei Jahrhunderten.. Wien, München, Bern: Verlag Wilhelm Maudrich; 1981
  • 4 Lesky E. Leopold Auenbrugger – Schüler van Swietens.  Dtsch med Wschr. 1959;  84 1017-1022
  • 5 Sakula A. Auenbrugger: Opus and Opera.  J Roy Coll Phycns. 1978;  12 180-188
  • 6 Jarcho S. Morgagni and Auenbrugger in the retrospect of two hundred years.  Bulletin of the history of medicine. 1961;  35 489-496
  • 7 Jarcho S. Observations on the history of physical diagnosis: Hippocrates, Auenbrugger, Laennec.  J of the International College of Surgeons. 1959;  31 717-725
  • 8 Rate R G. Leopold Auenbrugger and „The Inventum Novum”.  The Journal of the Kansas Medical Society. 1966;  67 30-33

1 Herrn Prof. Dr. P. von Wichert, ehemals Direktor der Medizinischen Poliklinik Marburg, von seinem Schüler in Anerkennung seines stetigen und beständigen Bemühens um die klinische Lehre sowie das Erlernen klinischer Fertigkeiten gewidmet.

2 Dies war nur bei Vorliegen eines Sero- oder Pyo-Pneumothorax auslösbar.

Prof. Dr. Ulrich Koehler

Klinik für Innere Medizin
SP Pneumologie, Intensiv- und Schlafmedizin
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH

Baldingerstraße 1
35033 Marburg

Email: koehleru@staff.uni-marburg.de

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