Inf Orthod Kieferorthop 2010; 42(3): 203-206
DOI: 10.1055/s-0030-1262529
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York

Die Freisetzung des Phosphorsäureesters im Self-Etching Primer

In Vitro Release of Phosphoric Acid Ester from Self-Etching PrimerB. Wendl1 , P. Muchitsch1 , M. Pichelmayer1 , H. Droschl1 , E. Lankmayr2 , E. Maier2
  • 1Abteilung für Kieferorthopädie, Universitätszahnklinik Graz, Österreich
  • 2Institut für analytische Chemie, Technische Universität Graz, Österreich
Further Information

Publication History

Publication Date:
30 September 2010 (online)

Zusammenfassung

SEP (= Self-Etching Primer) haben das Kleben von Brackets in der Kieferorthopädie deutlich vereinfacht. Ätzen, Primen und Bonden erfolgen in einem Arbeitsschritt und es muss nicht, wie bei herkömmlicher Phosphorsäureätzung, abgespült werden. Obwohl allgemein angenommen wird, dass der Phosphorsäureester durch die chemische Verbindung mit dem Kunststoffanteil in das polymere Netzwerk des Klebers eingebaut und dadurch inaktiviert wird, bleibt die Möglichkeit bestehen, dass doch ein Teil in die Mundhöhle freigesetzt wird. Ziel dieser Arbeit war es, den freien (nicht gebundenen) Phosphorsäureestergehalt im Self-Etching Primer nach Aktivierung und Auftragen des Primers auf die Schmelzoberfläche extrahierter Zähne in Abhängigkeit zu seiner ursprünglichen Konzentration zu messen. Dieser freie Phosphorsäureesteranteil wurde mittels HPLC (High Performance Liquid Chromatography) ermittelt. Die Hälfte des Phosphorsäureesters wurde bei herkömmlicher Härtung des Kunststoffklebers nicht in das polymere Netzwerk des Klebers eingebaut. Bei Verdoppelung der Härtungszeit reduzierte sich der in Lösung freigegebene Phosphorsäureester auf 40 %. Die Freisetzung des Phosphorsäureesters war in der ersten Stunde nach Applikation am höchsten und praktisch mit einer Stunde abgeschlossen.

Abstract

Self-etching primers have simplified the process of direct bonding of dental resins, for instance by eliminating the rinsing step after etching in conventional bonding. Although it is generally assumed that all of the applied self-etching primer is incorporated into the resin, the possibility that a substantial amount remains free and extractable into patient saliva has not been investigated. The aim of the present study was to examine this issue by bonding brackets to extracted teeth using self etching primers under controlled conditions and determining the proportion of the applied phosphoric acid ester that is subsequently extractable by High Performance Liquid Chromatography. Approximately half of the applied acid ester was extractable and thus not integrated into the polymeric network following standard light curing. This was reduced to 40 % by doubling the curing time. Acid ester leaching was a rapid process that was essentially completed within an hour.