Suchttherapie 2010; 11(3): 103
DOI: 10.1055/s-0030-1264976
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Für Sie gelesen – Cannabis beeinflusst das vorausplanende Gedächtnis

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Publikationsdatum:
11. August 2010 (online)

 

Cannabiskonsum wirkt sich nachteilig auf das vorausplanende oder prospektive Gedächtnis aus. Allerdings ohne dass die Konsumenten sich dessen bewusst sind. Zu diesem Ergebnis kam das Forscherteam um J. Bartholomew in einer Studie an der Northumbria Universität/England. J Psychopharmacol 2010; 24: 241–246

Viele Studien in den letzten Jahren konnten zeigen, dass längerer und regelmäßiger Cannabiskonsum einen negativen Einfluss auf unterschiedliche kognitive Leistungen hat, wie z. B. auf den Entscheidungsprozess, die Aufmerksamkeit, die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, die Wortflüssigkeit oder das Lernen allgemein. Die Autoren dieser Studie untersuchten erstmals mit einem objektiven Versuchsaufbau den Einfluss von Cannabiskonsum auf das sogenannte prospektive Gedächtnis. Darunter wird die Leistung verstanden, sich auch tatsächlich an eine Handlung zu erinnern, die man sich für einen Zeitpunkt in der Zukunft fest vorgenommen hat, z. B. Freunde zu treffen oder ein Medikament einzunehmen.

Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 90 Studenten im Alter von 18–24 Jahren. Die Hälfte der Probanden hatte noch niemals Cannabis konsumiert, während die anderen 45 Studienteilnehmer im letzten Jahr durchschnittlich 2 Joints pro Woche geraucht hatten, allerdings nicht 24 Stunden vor dem Versuch. Ebenfalls wurden Daten zum Alkohol- und Nikotinkonsum sowie zum Ausmaß an Ängstlichkeit und depressiven Symptomen erhoben. Keiner der Teilnehmer gab einen weiteren Substanzgebrauch an.

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