Pneumologie 2010; 64 - Editorial
DOI: 10.1055/s-0030-1267768

Editorial

R Merget 1
  • 1Bochum

Die „Dezembertagung“ der Gesellschaft für Lungen- und Atmungsforschung in Bochum trat 2009 erstmals in neuem Gewande auf. Die Gesellschaft für Lungen- und Atmungsforschung hat sich mit der Rheinisch-Westfälischen Vereinigung für Lungen- und Bronchialheilkunde zur Westdeutschen Gesellschaft für Pneumologie (WDGP) vereint (Abbildung). Die erste „Herbsttagung“ der WDGP hatte die Begutachtung von Lungenkrankheiten zum Thema.

Für viele Pneumologen und Arbeitsmediziner ist die medizinische Begutachtung zu einem wichtigen Teil ihrer Tätigkeit geworden. Sozialmedizinische Fragestellungen sind in unserer schnelllebigen Welt häufig: immer mehr Patienten fallen durch das soziale Netz und bedürfen der ärztlichen Beratung. Eine fundierte Weichenstellung für Prävention und Rehabilitation ist für die Betroffenen von großer Bedeutung. Bildgebende Verfahren sind ein Dauerthema in der Begutachtung: digitales Röntgen und Computertomografie bedürfen standardisierter Methodik und Bewertung. Die In-vitro-Allergiediagnostik hat sich in den letzten Jahren verbessert. Ist ihr Stellenwert immer noch nachrangig nach dem Hauttest zu sehen? Bereits 2008 wurde erstmals eine Leitlinie zur Begutachtung (der Silikose) publiziert, die bereits zu einer geänderten Begutachtungspraxis geführt hat, die Empfehlung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wurde am 12.3.2010 veröffentlicht. Eine Leitlinie und eine Empfehlung der DGUV zu Asbest-bedingten Krankheiten sind im Entstehen.

Das Thema Staub bzw. Quarz und COPD ist von besonderer, auch wirtschaftlicher Bedeutung, denn bislang gibt es eine Berufskrankheit „Staubbronchitis“ nur im Steinkohlenbergbau. In einem Positionspapier der DGAUM (2008) wird der Ärztliche Sachverständigenbeirat Berufskrankheiten beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales aufgefordert, hierzu präzisierend Stellung zu nehmen. Die Siderofibrose des Schweißers und die Synkanzerogenese sind für den Pneumologen relevante neue Berufskrankheiten.

Im Folgenden stellen die Referenten die wichtigsten Punkte ihres Referats vor.

Abb.1: Gründungsmitglieder der WDGP; von links: Prof. R. Merget, Prof. G. Schultze-Werninghaus (beide Bochum), Prof. H. Teschler (Essen), Prof. J. Lorenz (Lüdenscheid), Prof. W. J. Randerath (Solingen), Prof. G. Rohde (Maastricht), Dr. F. Feldmeyer (Hagen), Dr. T. Voshaar (Moers), Prof. D. Köhler (Schmallenberg), Dr. E. Tekolf (Essen), Dr. P.-J. Arens (Neuss), Prof. K. Rasche (Wuppertal)