Inf Orthod Kieferorthop 2011; 43(1): 33-40
DOI: 10.1055/s-0031-1271368
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York

Wurzelresorptionen an Schneidezähnen verursacht durch ektopische obere Eckzähne: Eine radiologische Langzeitstudie[1]

Incisor Root Resorption Due to Ectopic Maxillary Canines – A Long-Term Radiographic Follow-upB. Falahat1 , S. Ericson2 , R. M. D’Amico3 , K. Bjerklin4
  • 1Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtsradiologie, Karolinska-Institut, Stockholm, Schweden
  • 2Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtsradiologie, Institut für zahnärztliche Weiterbildung, Jönköping, Schweden
  • 3Kieferorthopädische Privatpraxis, Bozen, Italien
  • 4Abteilung für Kieferorthopädie, Institut für zahnärztliche Weiterbildung, Jönköping, Schweden
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Publication Date:
15 March 2011 (online)

Zusammenfassung

Zielsetzung: Dokumentation des Langzeitschicksals von oberen Schneidezähnen mit Wurzelresorptionen nach kieferorthopädischer Einstellung der verlagerten Eckzähne. Material und Methoden: Aus einer Gruppe von 107 Kindern und Jugendlichen im Alter von 9–15 Jahren (Durchschnitt 12,5 Jahre) mit 156 ektopischen Oberkiefereckzähnen wurden nach einer Eingangsuntersuchung Probanden mit Wurzelresorptionen ausgewählt. Alle Kinder waren wegen des Verdachts auf Wurzelresorptionen an den Schneidezähnen an die kieferorthopädische Fachklinik überwiesen worden. Von den ausgewählten 51 Probanden konnten 16 nicht nachuntersucht werden. Von den verbliebenen 35 Patienten wurden 8 ausgeschlossen, da ihre seitlichen Schneidezähne extrahiert worden waren, sodass 27 Patienten tatsächlich in die Studie einbezogen wurden. Für alle Probanden lagen Röntgenaufnahmen und CTs von der Eingangsuntersuchung vor. Bei der Nachuntersuchung wurden nur Zahnfilme angefertigt. Ergebnisse: Während der 2- bis 10-jährigen Beobachtungsphase ging kein resorbierter Schneidezahn verloren. Bei 13 Zähnen bildete sich die resorptive Läsion zurück, bei 12 Zähnen blieben die Läsionen unverändert und bei 7 Zähnen war eine Verschlechterung zu beobachten. Bei 11 der 13 Zähne, welche eine Rückbildung der resorptiven Läsion erfuhren, waren im Zahnfilm gar keine Läsionen mehr nachweisbar und bei den übrigen 2 Zähnen waren nur noch geringe Defekte verifizierbar. Bei der Erstuntersuchung diagnostizierte man bei 12 seitlichen und 6 mittleren Schneidezähnen eine starke bis mittelgradige Resorption, während man bei der Nachuntersuchung diesen Resorptionsgrad noch bei 11 seitlichen und 6 mittleren Schneidezähnen feststellte. Bei 10 Patienten, die zu Beginn an insgesamt 13 Schneidezähnen Resorptionen aufwiesen, waren bei der Nachuntersuchung keine Läsionen mehr erkennbar. Schlussfolgerungen: Selbst bei starkem Resorptionsgrad zeigen die Schneidezahnwurzeln langfristig ein gutes Heilungspotenzial. Schneidezähne mit Wurzelresorption können in eine kieferorthopädische Behandlung einbezogen werden. 

Abstract

Objective: To document the long-term fate of maxillary incisors with resorbed roots after correction of the associated ectopic canines. Materials and methods: The subjects were recruited from 107 children and adolescents age 9–15 years (mean 12.5 years) at initial registration, with 156 ectopically positioned maxillary canines. The children were referred to the specialist orthodontic clinic for consultation because of the risk of incisor root resorption. Of 51 patients contacted, 16 failed to attend. 8 of the remaining 35 were excluded because their lateral incisors had been extracted, leaving 27 subjects for follow-up registration. At initial consultation, all subjects had undergone radiographic examination, including computed tomography (CT) scans. At the follow-up consultation, the radiographic examination was limited to intraoral films. Results: No resorbed incisor was lost during the 2- to 10-year follow-up period. The resorptive lesions had undergone repair in 13 teeth, remained unchanged in 12 teeth and progressed in 7 teeth. In the 13 teeth exhibiting signs of repair, no resorption was detectable in 11 teeth and minor resorption was detected in 2 lateral incisors. At the initial registration, severe or moderate resorption had been diagnosed in 12 lateral and 5 central incisors, compared with 11 lateral and 6 central incisors at follow-up. In 10 subjects initially diagnosed with resorption of 13 incisors, the lesions were no longer discernible on intraoral radiographs at follow-up. Conclusions: Even in cases of severe resorption, the incisor roots show good long-term healing. Incisors with root resorption can be used in an orthodontic appliance system. 

1 Der Artikel wurde im Original veröffentlicht im Angle Orthodontist, Vol. 78, No. 5, 2008, pp. 778–785. Die deutsche Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der EH Angle Education and Research Foundation, Inc.