Einleitung: Die Ausatemluft von Patienten mit einem nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC)
enthält volatile organische Substanzen (VOC), die sich von denen gesunder Menschen
unterscheidet. Die Ionenmobilitätsspektrometrie (IMS) ist ein hochsensitives Verfahren,
mit dem diese VOCs detektiert werden können. Es ist allerdings bisher nicht gesichert,
woher die exhalierten Substanzen stammen. Es ist möglich, dass sie ein direktes Produkt
des Tumormetabolismus darstellen, aus den fast immer vorliegenden Begleitfaktoren
(Infektion, Nekrose) in der Tumorumgebung entstehen oder eine Reaktion des menschlichen
Organismus auf den Tumor (z.B. oxidativer Stress) repräsentieren.
Material und Methoden: Wir untersuchten 19 Patienten mit einem gesicherten NSCLC unterschiedlicher Histologie.
Bei allen wurde eine flexible Videochipbronchoskopie durchgeführt und vor der histologischen
Probenentnahme wurde aus beiden Hauptbronchien jeweils eine Atemluftprobe entnommen.
Dies erfolgte über einen Teflonkatheter, der durch den Arbeitskanal des Bronchoskops
geschoben und an ein IMS-Gerät angeschlossen wurde. Die IMS-Messung erfolgte unmittelbar
und das Ergebnis war nach wenigen Minuten verfügbar.
Ergebnisse: Wir konnten insgesamt 72 gemeinsame Peaks identifizieren. Davon waren fünf Peaks
signifikant unterschiedlich zwischen der tumortragenden und der kontralateralen Lunge.
Bei Patienten mit einem Adenobronchialkarzinom wies ein Peak, bei Plattenepithel-
bzw. undifferenziertem NSCLC jeweils zwei Peaks im Seitenvergleich eine signifikante
Differenz auf.
Zusammenfassung: VOCs können aus bronchoskopisch entnommener Atemluft sicher bestimmt werden. Aufgrund
der Resultate dieser Studie ist anzunehmen, dass zumindest ein Teil der VOCs lokoregional
in der direkten Umgebung des Tumors entstehen. Bronchialkarzinome unterschiedlicher
Histologie werden durch unterschiedliche volatile Substanzen repräsentiert.