Einleitung: Die Therapie mit einer high-flow cannula device (HFNC) ist in der Lage, Symptome
der chronischen respiratorischen Insuffizienz zu verbessern. Diese Methode nutzt einen
warmen, angefeuchteten Luftstrom mit einem Flow von 16–24l/min. Die Wirkung bei Erwachsenen
ist weitgehend ungeklärt. Methode: Ein mit Wasser gefüllter Plastikschlauch, verbunden mit einem Druckmesser und einem
analogen Papierschreiber diente als Sensor. Dieser wurde nasopharyngeal platziert.
Wir massen die Atemdruckamplituden und die Atemmitteldrucke bei gesunden Probanden
und Patienten mit COPD und IPF unter Spontanatmung, HFNC (TNI) mit 20l/min und einem
nCPAP mit 4mbar. Für die Messungen der Tidalvolumina nutzen wir Impedanzmessgurte
in Verbindung mit einem Polysomnografiemessplatz. Die kapilläre Blutgasanalyse wurde
aus dem hyperämisierten Ohrläppchen vor und nach Nutzung der HFNC (8h) entnommen.
Results: Die HFNC führte zu einer Erhöhung der Atemdruckamplituden und der Atemmitteldrucke
bei gesunden Probanden und bei Patienten mit IPF und COPD im Vergleich zur Spontanatmung.
Bei Patienten mit COPD führte die HFNC zu einer Erhöhung des Tidalvolumens, während
bei der IPF keine signifikanten Veränderungen messbar waren. Bei gesunden Probanden
waren die Tidalvolumina erniedrigt. Es fanden sich keine signifikanten Veränderungen
der Atemfrequenzen. Die Blutgasanalysen zeigten signifikante Erniedrigungen des pCO2 bei Patienten mit COPD und IPF. Diskussion: Die HFNC ist in der Lage, wichtige respiratorische Parameter bei Patienten mit COPD
und IPF zu beeinflussen. Die Erhöhungen der Atemdruckamplituden, der Atemmitteldrucke
und der Tidalvolumina führen zu einer vermehrten Ventilation und somit zu einer Reduktion
der inspiratorischen Atemarbeit. Dies wird wahrscheinlich durch die Verkleinerung
des funktionellen Totraums erreicht. Die klinische Wirksamkeit zeigt sich im Absinken
des pCO2. Somit stellt die HFNC eine mögliche Therapieoption der respiratorischen Insuffizienz
dar.