Pneumologie 2011; 65(3): 130
DOI: 10.1055/s-0031-1275231
Pneumo-Fokus

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Forschung – Lungenkrebs frühzeitig erkennen

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Publikationsdatum:
10. März 2011 (online)

 

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig haben in den vergangenen Jahren zusammen mit Kollegen des Universitätsklinikums Leipzig ein Verfahren entwickelt, mit dem spezielle Proteinbiomarker in der ausgeatmeten Luft festgestellt werden können. Sind diese Biomarker in der Ausatemluft vorhanden, lässt dies auf Tumorzellen in der Lunge schließen. In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt wollen die Spezialisten zusammen mit Partnern aus der Industrie einen ersten Prototypen eines Diagnosegeräts herstellen, der anschließend zu einem praxistauglichen Gerät weiterentwickelt werden soll. So könnte Lungenkrebs bereits beim Hausarzt diagnostiziert werden.

Laut Dr. Jörg Lehmann, Leiter der Arbeitsgruppe Zelltechnik/GLP am IZI, wurden zunächst verschiedene Biomarker identifiziert, die sich für den Nachweis von Lungenkrebszellen besonders gut eignen.Daraufhin haben die Forscher eine Labormethode entwickelt, mit der sie die lungenkrebsspezifischen Biomarker in speziellen Atemproben sicher feststellen können. Dazu muss der Patient etwa 20 Minuten in ein Gerät atmen. Das Atemkondensat wird anschließend eingedampft. Der Nachweis der Biomarker erfolgt über spezielle Antikörper, die etwa das Protein VEGF erkennen. Dieses regt das Wachstum neuer Blutgefäße an.

"Ziel ist es, in unserem gemeinsamen Projekt in den nächsten 2 Jahren einen Prototypen herzustellen, der anschließend in einer klinisch-diagnostischen Studie validiert und zur Serienreife weiterentwickelt werden soll", sagt Lehmann. In der Testplattform vereinigen die Wissenschaftler gleich 2 Neuentwicklungen: Neben der Nachweismethode über Proteinbiomarker können hier auch die speziell für dieses Verfahren entwickelten Antikörper eingesetzt werden. Damit könnte dann in wenigen Jahren jeder Arzt mithilfe der Diagnostikplattform bei einem Verdacht auf Lungenkrebs direkt in seiner Praxis testen, ob wirklich ein Tumor vorliegt und dementsprechend frühzeitig eine Behandlung einleiten.

Mitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft

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