Pneumologie 2011; 65(3): 132
DOI: 10.1055/s-0031-1275233
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Pulmonale Hypertonie – Therapiekosten und Lebensqualität in Deutschland

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Publikationsdatum:
10. März 2011 (online)

 

Die pulmonale Hypertonie lässt sich zwar nicht heilen, aber mit neueren Therapieansätzen behandeln. Darüber, wie sich dies auf die Lebensqualität und Versorgung der Patienten, aber auch die Kosten niederschlägt, gibt es für Deutschland kaum Daten. H. Wilkens et al. sind dieser Frage nachgegangen.
Respir Med 2010; 104: 902–910

Die Autoren analysierten die direkten medizinischen und die direkten nicht medizinischen Kosten aus Sicht des Patienten und einer Drittpartei (Bild: creativ collection).

Die Autoren sammelten für ihre Studie für 12 Monate retrospektiv und dann für weitere 3 Monate prospektiv Daten von Patienten mit pulmonaler Hypertonie. In der Kostenanalyse wurden die direkten medizinischen und die direkten nicht medizinischen Kosten aus Sicht einer Drittpartei und des Patienten berechnet. Dabei wurden die aktuellen Preise für Medikamente der Roten Liste und dem Arzneiverordnungsreport entnommen, die Krankenhauskosten dem DRG-Katalog. Zum Zeitpunkt der Studienaufnahme und 3 Monate danach ermittelten die Autoren mittels validierter Fragebögen die Lebensqualität der Patienten, außerdem erfassten sie weitere relevante Daten.

In die Analyse wurden 167 Patienten im Durchschnittsalter von 55,6 Jahren (19–86 Jahre) einbezogen. Vor Diagnosestellung hatten sie im Mittel 2,3 Jahre an Symptomen gelitten, vorwiegend an Belastungsdyspnoe (91 %), chronischer Fatigue (66 %) und Müdigkeit (48 %). Die durchschnittliche Zahl der Hausarztbesuche betrug im Studienzeitraum 22,6 pro Patient (1,5 pro Monat), die der Ambulanzbesuche 5,1.

Rund 10 % der Patienten erhielten Rehabilitationsmaßnahmen, die im Durchschnitt 30,1 Tage dauerten. Die am häufigsten verwendete medikamentöse Monotherapie bestand aus Endothelinrezeptor-Antagonisten (ERA) (47 % der Patienten), die häufigste Kombinationstherapie aus ERA und Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (21 %). Zwischen erstem und letztem Patientenkontakt während der 15 Studienmonate zeigte sich eine deutliche Differenz des Verhältnisses von Mono- zu Kombinationstherapien. Die mittleren Gesamtkosten betrugen 47 424 € pro Patient und Jahr, wobei diese mit dem Schweregrad der Erkrankung anstiegen (NYHA II: 41 134 €, NYHA IV: 52 332 €) und eine starke Schwankungsbreite zeigten (52–351 775 € pro Patient und Jahr). Verglichen mit der Allgemeinbevölkerung ließ sich bei den Patienten eine deutlich verringerte Lebensqualität beobachten.

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