In Deutschland leben etwa 4 Mio. Muslime. Klar ist: Es gibt nicht „den“ muslimischen
Patienten. Daher gelten hier grundsätzlich die gleichen Regeln wie für jede ärztliche
Behandlung. Doch es gibt einige typische Bedürfnisse, die von muslimischen Patienten
häufiger geäußert werden als von Nicht-Muslimen. Lesen Sie, worauf Sie im Klinikalltag
achten sollten.
Kernaussagen
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Akzeptieren Sie das oft starke Schamgefühl des Patienten – im Gespräch und bei der
Untersuchung.
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Halten Sie einfache Hilfsmittel zur Verständigung wie anatomische Schautafeln und
Wörterbücher bereit.
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Begleitende Familienangehörige sind oft eine wichtige Unterstützung, aber nicht immer
geeignete Übersetzer.
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Ziehen Sie für schwierige Gespräche neutrale, professionelle Dolmetscher hinzu.
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Weisen Sie Patienten auf organisatorische Angebote Ihrer Klinik hin, z. B.
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Falls der Patient dies selbst wünscht:
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Beziehen Sie die Angehörigen in Gespräche und Entscheidungen ein, und
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überbringen Sie infauste Prognosen evtl. zunächst den Angehörigen und überlegen mit
ihnen gemeinsam, was Sie dem Patienten sagen (müssen).