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DOI: 10.1055/s-0031-1283395
Trends in der von Brustkrebspatientinnen wahrgenommenen Betreuung durch das Krankenhauspersonal: Ergebnisse der Patientinnenbefragungen in nordrhein-westfälischen Brustzentren von 2006 bis 2010
Einleitung/Hintergrund: Mit dem Ziel, die Qualität der Versorgung von Brustkrebspatientinnen zu verbessern, wurden in Nordrhein-Westfalen (NRW) in 2003 Brustzentren eingeführt. Mittlerweile sind 52 Brustzentren, bestehend aus 97 Krankenhäusern, zertifiziert. Das Ziel dieser Arbeit ist, (1) die Identifizierung von Trends in der von Patientinnen wahrgenommenen Betreuung durch das Krankenhauspersonal und (2) die Untersuchung von diesbezüglichen Unterschieden zwischen Krankenhäusern. Daten und Methoden: Die Brustzentren in NRW nehmen jährlich an einer Patientenbefragung teil. Dabei werden Patientinnen mit primärem Mammakarzinom poststationär zu Ihrer Wahrnehmung bestimmter Bereiche der Krankenhausversorgung postalisch befragt. Diese Arbeit präsentiert Trends von 2006 bis 2010 in sechs Skalen zur patientenorientierten Betreuung durch das Krankenhauspersonal. Um zu untersuchen, ob sich hinsichtlich dieser Skalen Unterschiede zwischen den Krankenhäusern im Zeitverlauf verringert haben, wurden mittels Mehrebenenanalysen Intraklassen-Korrelationskoeffizienten (ICCs) berechnet. Ergebnisse: Im Zeitverlauf zeigten sich keine linearen Veränderungen in der Patientenbewertung der Betreuung durch das Krankenhauspersonal. Nach einer Verschlechterung von 2006 auf 2007, konnten seit 2008 jedoch positive Trends beobachtet werden. Aus den Mehrebenenanalysen ergeben sich niedrige bis moderate ICCs (0,019–0,063) in allen sechs Skalen. Hinsichtlich der Bewertung der Ärzte nehmen die ICCs über die Jahre ab, während sich bei der Bewertung der Pflegekräfte keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zu 2006 zeigen. Diskussion/Schlussfolgerungen: Der Umgang des Krankenhauspersonals mit den Patientinnen hat sich in der Patientinnenwahrnehmung seit 2008 stetig leicht verbessert. Warum sich Unterschiede zwischen den Krankenhäusern in der Betreuung durch Ärzte verringerten, kann mit dieser Analyse nicht kausal beantwortet werden. Wir vermuten, dass das Fortschreiten des Implementierungsprozesses sowie die Nutzung der Patientinnenbefragungen dazu beitrugen, dass sich Krankenhäuser immer weniger im Umgang Ihrer Ärzte mit den Brustkrebspatientinnen unterscheiden. Daneben implizieren die Ergebnisse, dass das Verhalten des Personals im Patientenkontakt veränderbar ist und unterstreichen die Bedeutung geeigneter Interventionen im Bereich der Personal-Patienten Interaktion.