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DOI: 10.1055/s-0031-1283442
Lokaler Fachplan Gesundheit – Ergebnisse der Pilotphase 2010 mit nordrhein-westfälischen Gesundheitsämtern
Hintergrund: Um ihre Ziele allen Interessierten darzulegen und ihre Vorhaben mit Nachdruck zu verfolgen, verwenden kommunale Ämter häufig thematische Fachpläne, z.B. Landschafts-, Sport-, Jugend- und Seniorenpläne, wobei der Begriff „Plan„ hier einerseits kartografisch und andererseits im Sinne einer planvollen, zielgerichteten Vorgehensweise interpretiert wird. Entsprechende Ansätze können vermutlich auch im Gesundheitssektor nützlich sein, sind hier aber bisher kaum entwickelt. Daten und Methodik: Ein Initialkonzept beinhaltete (a) Sachstandsanalyse mit „Raumbezug„; (b) Zielvorstellungen; (c) Berücksichtigung der wichtigsten Akteure, ggf. auch im Sinne so genannter Gesundheitswegweiser; (d) Ableitung spezifischer Maßnahmen. Zwecks Weiterentwicklung des Konzeptes erfolgte auf dieser Basis eine erste Pilotphase Juli-Dezember 2010 mit drei Landkreisen/kreisfreien Städten in NRW. Ergebnisse: Die mitwirkenden Einrichtungen verfolgten unterschiedliche Schwerpunkte und Herangehensweisen, in unterschiedlichen Themenfeldern. Der Kreis Unna legte den Schwerpunkt auf strukturspezifische Fragestellungen. Ziel war es, eine Grundlage für räumlich-geografische Darstellung und Verknüpfung gesundheitsbezogener Informationen zu erarbeiten, um damit die gesundheitsbehördliche Arbeit zu unterstützen. Die Stadt Bielefeld entwickelte auf Grundlage der lokalen Gesundheitsberichterstattung einen gesamtstädtischen Handlungsansatz mit thematischen Schwerpunkten im Bereich Kindergesundheit. Die Datenauswertung erfolgte auf der Ebene der örtlichen 92 statistischen Bezirke. Die Stadt Solingen verfolgte das Ziel, auf Quartiersebene ein durch das Bundesprogramm „Soziale Stadt„ gefördertes Projekt mit planungsrelevanten Daten zur gesundheitlichen Situation älterer Menschen zu unterlegen. – Das Instrument eines Fachplans Gesundheit in seinen unterschiedlichen Ausformungen wurde von den Beteiligten als geeignet angesehen, um die lokale Arbeit des Bereichs Gesundheit zu stärken. Die Umsetzungen illustrieren den bestehenden Interpretationsspielraum. Folgerungen: Das Initialkonzept erwies sich als in der Praxis einsetzbar. Die Fortführung des Projekts erscheint sinnvoll. Dabei wird es u.a. darum gehen, vulnerable Gruppen detailliert zu berücksichtigen, geeignete Partizipationsformen zu entwickeln, die Kooperation mit der lokalen Gesundheitskonferenz und kommunalpolitischen Gremien zu stärken und ein landesweit einsetzbares Konzept entstehen zu lassen.