Gesundheitswesen 2011; 73 - A333
DOI: 10.1055/s-0031-1283463

Gesundheitsorientierte Sportangebote in Mecklenburg-Vorpommern: Eine Qualitätsanalyse

A Gottschling 1, W Hoffmann 1
  • 1Universität Greifswald, Institut für Community Medicine, Greifswald

Einleitung/Hintergrund: Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bevölkerung und dem zunehmenden Ärztemangel in Mecklenburg-Vorpommern (M-V) bilden Sport und Bewegung wichtige Ansatzpunkte einer bewegungsorientierten Primär- und Sekundärprävention. Voraussetzung dafür ist eine qualitativ hochwertige Angebotsstruktur, die unmittelbar am Bedarf im Land ausgerichtet ist und flächendeckend zur Verfügung steht. In der folgenden Untersuchung wurde die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität von Sportvereinen und kommerziellen Sportanbietern in M-V analysiert. Daten und Methoden: Die Sportangebote wurden anhand eines teilstandardisierten Fragebogens erfasst. Die Items basieren u.a. auf den Anforderungen des Qualitätssiegels SPORT PRO GESUNDHEIT des Deutschen Olympischen Sportbundes [1]. Ergebnisse: Von n=891 befragten Sporteinrichtungen, die potenziell für eine gesundheitsassoziierte Angebotsstruktur in Frage kommen, konnten n=238 (Sportvereine: n=181; kommerzielle Anbieter: n=36; Rehabilitationskliniken: n=21) in die Auswertung einbezogen werden (26,7%). Diese Einrichtungen verzeichnen 48.354 regelmäßig aktive Mitglieder (mindestens einmal pro Woche) und 2.046 Übungsleiter mit unterschiedlichsten Qualifikationsprofilen. 52,2% (n=94) der Sportvereine und kommerziellen Anbieter geben an, über Angebote speziell für Senioren zu verfügen, 54,0% (n=116) über Sportangebote, die gezielt auf die Gesundheitsförderung ausgerichtet sind. Gleichzeitig verfügen 63,5% der befragten Einrichtungen laut ihren Angaben über Bewegungsangebote, die auf mindestens eines der Profile „Herz-Kreislauf„, „Muskel- und Skelettsystem„, „Entspannung und Stressbewältigung„ bzw. „Allgemeiner Präventionssport„ ausgerichtet sind. Insgesamt erfüllen kommerzielle Anbieter signifikant mehr Qualitätskriterien als die Sportvereine (p<0,.001; Mann-Whitney-U-Test). Diskussion/Schlussfolgerungen: Viele Einrichtungen streben eine gesundheitsorientierte Ausrichtung an bzw. integrieren diese zusätzlich zu den klassischen Sportarten. Positiv zu bewerten ist, dass kommerzielle Anbieter häufiger mehr Qualitätskriterien erfüllen, da sie für den Teilnehmer auch mit einem erhöhten Kostenaufwand verbunden sind. Gleichzeitig sind diese in deutlich geringerer Anzahl vorhanden, sodass eine Verbesserung der Angebotsstrukturen in Sportvereinen anzustreben ist, um einen flächendeckenden Zugang zu Gesundheitssportangeboten zu gewährleisten.

Literatur:

[1] Deutscher Olympischer Sportbund (Hrsg.). (2006). Qualitätsmanagement Handbuch SPORT PRO GESUNDHEIT. Frankfurt am Main: DOSB.