Gesundheitswesen 2011; 73 - A157
DOI: 10.1055/s-0031-1283506

Ergebnisse zur Evaluation von Projekten zur Gesundheitsförderung von Arbeitslosen (AmigA, Job-Fit)

W Kirschner 1
  • 1Forschung Beratung + Evaluation FB+E, Berlin

Arbeitslose und Langzeitarbeitslose weisen erhebliche Morbiditätsprofile und gesundheitliche Risiken auf, die ihre Leistungsfähigkeit und ihre Beschäftigungsmöglichkeiten begrenzen und eine Wiederbeschäftigung häufig erschweren oder verunmöglichen. Sie haben einen besonderen Bedarf für Maßnahmen der „Gesundheitsförderung„ im Sinne eines umfassenden Gesundheitsmanagements. In den letzten 5 bis 6 Jahren ist es gelungen, eine ganze Reihe von Projekten der Gesundheitsförderung von Arbeitslosen in Deutschland zu etablieren. Beginnend mit den Job-Fit Projekten in NRW, über das Projekt AmigA in Brandenburg sind in den letzten 3 Jahren weitere 8 Projekte in ARGEN und Job-Centern durchgeführt worden oder noch in Durchführung befindlich, die mit den gleichen Evaluationsinstrumenten wissenschaftlich begleitet worden sind. Die Projekte verfolgen das Ziel, den Gesundheitszustand und die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmer zu verbessern. Derzeit liegen aus insgesamt 12 Projekten Informationen und Daten zur Struktur-, Prozess-, Produkt- und Ergebnisevaluation vor. Letztere umfassen in einem T0/T1 Ansatz n=1.500 Fragebogen vor Beginn der Intervention und ca. 700 Fragebogen nach Ende der Maßnahmen. Der Vortrag berichtet über wichtige Ergebnisse aus der Struktur-, Prozess- und Produktevaluation und zeigt die gesundheitlichen Effekte der Maßnahmen auf der Basis der Fragebogendaten der Teilnehmer insgesamt sowie nach Teilgruppen und nach Standorten und validiert diese Selbsteinschätzungen durch die Bewertung des Gesundheitszustandes durch Professionelle (Ärzte/Psychologen) Insgesamt zeigt sich, dass die (unterschiedlichen) Interventionen und Maßnahmen den Gesundheitszustand der Teilnehmer stabilisieren und z.T. deutlich verbessern. Die gesundheitlichen Effekte sind aber nicht selten durch den erheblich schlechten Ausgangszustand der Teilnehmer limitiert. Die Maßnahmen führen in nicht geringem Maße einmal auch in Wiederbeschäftigung auf dem ersten oder zweiten Arbeitsmarkt aber auch zum Austritt aus dem Leistungsbezug u.a. durch Erwerbsunfähigkeitsrentenanspruch. Unabhängig von den genannten Outcomes führt die kontinuierliche persönliche Betreuung zu einer deutlichen Zunahme des Selbstwertgefühls und der sozialen Interaktionen. Schlussfolgerungen und Empfehlungen für weitere Interventionen und Evaluationen werden abgeleitet.