Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin 2011; 21(05): 220-226
DOI: 10.1055/s-0031-1285901
© George Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der Einfluss der Methode PNF auf die Verteilung des Körpergewichts und die Fortbewegung von Patienten im späten Stadium nach einem Schlaganfall

Effect of PNF Approach on Body Weight Distribution and Locomotion in Late-Stage Post-Stroke Patients
T. Wolny
1   Lehrstuhl für spezielle Methoden der Physiotherapie, Akademie für Körpererziehung, Kattowitz OS, Polen (Leiter: Prof. Dr. habil. Henryk Knapik)
,
E. Saulicz
2   Abteilung für Kinesiotherapie, Akademie für Körpererziehung, Kattowitz OS, Polen (Leiter: Prof. Dr. habil. Edward Saulicz)
,
R. Gnat
1   Lehrstuhl für spezielle Methoden der Physiotherapie, Akademie für Körpererziehung, Kattowitz OS, Polen (Leiter: Prof. Dr. habil. Henryk Knapik)
,
M. Kokosz
1   Lehrstuhl für spezielle Methoden der Physiotherapie, Akademie für Körpererziehung, Kattowitz OS, Polen (Leiter: Prof. Dr. habil. Henryk Knapik)
,
M. Kuszewski
2   Abteilung für Kinesiotherapie, Akademie für Körpererziehung, Kattowitz OS, Polen (Leiter: Prof. Dr. habil. Edward Saulicz)
,
A. Myśliwiec
1   Lehrstuhl für spezielle Methoden der Physiotherapie, Akademie für Körpererziehung, Kattowitz OS, Polen (Leiter: Prof. Dr. habil. Henryk Knapik)
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

eingereicht:31 March 2011

angenommen: 201126 July 2011

Publication Date:
27 October 2011 (online)

Zusammenfassung

Das Ziel der Arbeit:

In dieser Arbeit wurde der Einfluss der PNF Methode auf die Körpergewichtsverteilung auf die unteren Extremitäten und die Gangleistung der Patienten im Spätstadium nach einem Schlaganfall beurteilt.

Materialien und Methoden:

Für die Untersuchung wurden insgesamt 47 Personen qualifiziert, deren Symmetriekoeffizient der Extremitätenbelastung größer als 1,15 war, somit präsentierten sie ein fehlerhaftes Muster der Körpergewichtsverteilung auf die unteren Extremitäten. Die Experimentalgruppe bestand aus 24 Personen, bei denen das Programm der Rehabilitation die individuelle Kinesiotherapie, basierend auf der PNF-Methode, beinhaltete, die Kontrollgruppe dagegen bestand aus 23 Personen, deren Leistungsfähigkeit mit traditionellen Methoden gesteigert wurde. Bei allen Patienten wurden die Geschwindigkeit des Ganges und der Symmetriekoeffizient der Belastung der unteren Extremitäten untersucht. Die Untersuchung wurde vor und nach einem 21-tägigen Zyklus der Rehabilitation durchgeführt.

Ergebnisse:

Bei beiden Gruppen wurde eine Verringerung des Wertes des Symmetriekoeffizienten der Belastung registriert ([Abb. 1]). Die Analyse ANOVA zeigte eine wesentliche Differenzierung für die Interaktion der Faktoren im Testsystem (p<0,01). Die Anwendung des Tukey-Tests zeigte keine wesentlichen Zwischengruppenunterschiede und wesentliche Binnengruppenunterschiede in der Experimentalgruppe (Untersuchung 1 vs. Untersuchung 2, p<0,001; Untersuchung 1 vs. Untersuchung 3, p<0,001). 

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Abb. 1 Durchschnittswerte (95%-Vertrauensbereiche) des Symmetriekoeffizienten der Belastung der unteren Extremitäten in den beiden Gruppen.

Diskussion:

Die wesentlich besseren Ergebnisse, die in der mit der PNF-Methode behandelten Gruppe erzielt worden sind, können ein Ergebnis der Normalisierung des Muskeltonus und der daraus resultierenden besseren zentralen Stabilisierung sein. Als wesentlich erscheint auch die Nutzung der Kombination des Scapula- und Beckenmusters, die der „Verlängerung“ des Rumpfes auf der Seite der Parese und der „Verkürzung“ auf der gesunden Seite dient.

Schlussfolgerungen:

Die Methode PNF beeinflusst in einem größeren Maße die Körpergewichtsverteilung auf die unteren Extremitäten und die Gangleistung von Patienten in einem Spätstadium nach einem Schlaganfall, verglichen mit traditionellen Methoden der Rehabilitation.

Abstract

Aim:

This study evaluated the influence of the PNF method on body weight distribution and locomotion of patients in the late post-stroke stage.

Material and Methods:

47 stroke patients whose load symmetry index of lower extremities was higher than 1.15, thus representing abnormal pattern of weight transfer to the lower extremities, were included to this study. Participants were randomly divided into experimental group and control group. The therapeutic program in experimental group (24 patients) was based on individual kinesitherapy sessions with the use of the PNF techniques. Control group comprised 23 patients treated with the use of traditional physiotherapy agents. Gait speed and load symmetry index of lower extremities were examined in all patients. Measurements were performed before the start of the 21-day of rehabilitation program, on the fifth day of its duration and after completion of treatment cycle.

Results:

Reduction of symmetry index was observed in both groups. Analysis of variance showed significant differences for the interaction of the tested factors (p <0.01). The use of the Tukey test revealed no significant differences between and significant intra-group differences in experimental group (exam. 1 vs. exam. 2 test, p<0.001, exam. 1 vs. exam. 3, p <0.001).

Discussion:

Much better results observed in group treated with PNF may be the result of muscle tone normalization and the resulting superior central stability. It seems that the combination of pelvic and shoulder patterns designed to “elongate” paretic side and to “shorten” the healthy side of the trunk was also important.

Conclusions:

The PNF method affects body weight distribution and locomotion of patients in the late period after stroke to a greater extent compared with the traditional physiotherapy agents.