Akt Neurol 2011; 38(06): 323
DOI: 10.1055/s-0031-1287809
Leserbrief
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Leserbrief

Further Information

Publication History

Publication Date:
21 October 2011 (online)

Haase CG, Tollkötter M, Buchner H. Neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation an einem Akutkrankenhaus. Akt. Neurol 2011; 38: 75–80

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Interesse haben wir den Artikel von Haase CG, Tollkötter M., Buchner H.: Neurologisch-Neurochirurgische Frührehabilitation an einem Akuthaus in Akt Neurol 2011; 38: 75–80 gelesen [1]. Wir stimmen in einigen Schlussfolgerungen mit den Autoren nicht überein.

So wurde in der Arbeit ein historischer Gruppenvergleich mit einerseits 541 Patienten der Phase B eines Akuthauses zwischen den Jahren 2003–2008 und andererseits einer aus der Literatur dargestellten Patientengruppe bis 2002 aus Rehabilitationskliniken vorgenommen. Als Fazit sahen die Autoren bei vergleichbaren Funktionsverbesserungen kürzere Verweildauern und eine höhere Mortalität in der Frührehabilitationsabteilung am Akuthaus. Vermutet wurde ein kleines stabiles Rehabilitationsteam als Ursache für das (scheinbar) bessere Ergebnis im Vergleich zu einer großen spezialisierten Rehabilitationseinrichtung.

Es ist zweifelhaft, ob dieser Vergleich hilfreich ist. Bei einem hohen Anteil an zerebrovaskulären Erkrankungen (>50%) in beiden Kohorten wurden gerade in dem gewählten Beobachtungszeitraum 2003–2008 die Stroke Unit-Strukturen nachhaltig verbessert. Dem entsprechend zeigten auch die Daten aus den Rehabilitationskliniken eine sich verkürzende Liegedauer von 46,8 Tagen auf dann 37,5 in 2008 [2].

Es gibt es bisher keinen Hinweis darauf, dass sich die Behandlungsergebnisse zwischen Frührehabilitationsabteilungen der Phase B aus Neurologischen Akutkrankenhausabteilungen von denen aus Neurologischen Rehabilitationskliniken unterscheiden [3]. Die ausschließlich ordnungspolitisch wie sozialrechtlich geschaffene Schnittstellenproblematik Akut- vs. Rehabilitationsklinik in der Rehabilitationsphase B ist aus unserer Sicht nach wie vor medizinisch nicht begründbar.

Dr. Markus Ebke, Dr. Becker Rhein-Sieg Klinik, Nümbrecht

Dr. Marc Heiderhoff Dr. Becker Klinikgesellschaft, Köln

PD Dr. Tobias Leniger Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen, Bad Essen