Handchir Mikrochir plast Chir 2011; 43(06): 384-392
DOI: 10.1055/s-0031-1291247
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Abbildung gestielter und freier Lappenplastiken im deutschen Fallpauschalensystem

Comparison of Pedicle and Free Tissue Transfers in the German DRG System
O. Lotter
1  Klinik für Plastische, Hand-, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie an der Eberhard-Karls Universität, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen
,
S. Stahl
1  Klinik für Plastische, Hand-, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie an der Eberhard-Karls Universität, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen
,
C. Hohenstein
2  Zentrale Notaufnahme Universitätsklinikum an der Friedrich-Schiller Universität Jena
,
H.-E. Schaller
1  Klinik für Plastische, Hand-, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie an der Eberhard-Karls Universität, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen
,
P. Jaminet
1  Klinik für Plastische, Hand-, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie an der Eberhard-Karls Universität, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen
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Publikationsverlauf

eingereicht 08. Juni 2011

akzeptiert 19. September 2011

Publikationsdatum:
12. Januar 2012 (online)

Zusammenfassung

Diagnosis-Related Groups (DRGs) bezeichnen ein ökonomisch-medizinisches Klassifikationssystem, bei dem Patienten nach ihrem Aufwand unterteilt werden. In der vorliegenden Arbeit werden gestielte und freie Lappenplastiken in der Plastisch-Rekonstruktiven Chirurgie verglichen. Nach Gruppierung gängiger Lappenplastiken unter systematischer Modifikation der Hauptdiagnose, der Prozedur(en) und der Empfängerlokalisation konnten über die ermittelten DRGs der Erlös und die Verweildauern bestimmt werden. Der Mittelwert der mittleren Verweildauer liegt bei den freien Lappenplastiken höher als bei den gestielten Lappen (15 vs. 9 Tage), der durchschnittliche Erlös beträgt fast das Doppelte (8 936 € vs. 4 582 €). Spitzenreiter in der Vergütung sind drittgradig offene Frakturen bei den gestielten und Verbrennungen bei den freien Lappen. Insgesamt besteht höhere Konformität in der DRG-Abbildung besteht bei den freien Lappenplastiken. Verschiedene Möglichkeiten in der Prozedurenkodierung und die starke Abhängigkeit von der zugrundeliegenden Diagnose führen zu Verweildauer- und Erlösunterschieden, welche bei gleichem Aufwand nicht erklärt werden können und teilweise paradox erscheinen. Zudem führen Mischkalkulationen zu DRGs, welche die medizinische Leistung nicht aufwandsadäquat abbilden.

Abstract

Diagnosis-Related Groups (DRGs) are a patient classification system grouping related types of patients to the resources they have consumed. In this analysis, we compared pedicle and free flaps in plastic and reconstructive surgery in the actual German DRG system. After grouping common flaps while systematically modifying the diagnosis, the operative procedure(s), and the receptor site, reimbursement and thresholds of length of stay were identified. The mean value of the average length of stay was higher in free flaps as compared to pedicle flaps (15 vs. 9 days) and the mean reimbursement in free flaps was almost twice as high as in pedicle flaps (8 936 € vs. 4 582 €). Regarding the diagnosis, third-grade open fractures in pedicle flaps and full-thickness burns in free flaps are in the vanguard of reimbursement. Higher DRG conformity is generally found with free flaps. Different possibilities in coding the procedures and the strong dependence on the underlying diagnosis lead to variations of remuneration and length of stay, which are not explainable and sometimes even seem paradoxical. Furthermore, mixed calculation creates DRGs that lose the ability to describe the real effort.