Z Gastroenterol 2012; 50 - P3_28
DOI: 10.1055/s-0031-1295870

Klinischer Langzeitverlauf von 100 Patienten mit polyzystischer Lebererkrankung – Wirksamkeit der perkutanen ultraschall-gesteuerten Sklerosierungstherapie mittels Polidocanol

A Potthoff 1
  • 1Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, Hannover

Hintergrund: Die polyzystische Lebererkrankung ist eine genetische Erkrankung, die zu einem progredienten Wachstum multipler Leberzysten mit konsekutiver massiver Hepatomegalie führen kann. Betroffenen Patienten klagen häufig über lokalen Schmerz, Dyspnoe und Völlegefühl. Komplizierend können die Leberzysten einbluten oder sich sekundär infizieren. Ziel dieser Studie war es die Wirksamkeit der US-gesteuerten Sklerotherapie mittels Polidocanol 1% bei Patienten mit polyzystischer Lebererkrankung zu untersuchen.

Patienten: Es handelt sich um eine retrospektive Auswertung klinischer Daten von insgesamt 100 Patienten mit bekannter PCLD. Die gleichen Patienten erhielten einen standardisierten Fragebogen zur subjektiven Beurteilung ihrer Lebensqualität, der Krankheitssymptome und Fragen zum Therapie-Ansprechen nach Zystenbehandlungen.

Methodik: Leberzysten mit einem Durchmesser von >10 cm wurden US-gesteuert mit einer 20G Nadel punktiert und die Zystenflüssigkeit vollständig aspiriert. Anschließend erfolgte eine Instillation mit Polidocanol 1% (applizierte Menge: 10% des Zystenvolumens, max. 60ml) in die entsprechende Zyste. Superinfizierte Zysten wurden nicht sklerosiert, sondern mit NaCl 0,9% gespült und falls nötig systemisch antibiotisch behandelt.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 164 Eingriffe bei 52 Patienten vorgenommen (131 Sklerosierungstherapien, 15 alleinige Zystenspülungen 18 Zystenbehandlungen durch Aspiration von Zystenflüssigkeit). Die Behandlungsindikationen waren lokaler Schmerz, ein Zystendurchmesser von >10 cm und ein Verdacht auf eine hämorrhagische oder superinfizierte Zyste. Die US-gesteuerte Sklerotherapie wurde insgesamt sehr gut toleriert. Die Auswertung der Fragebögen ergab eine Besserung der Beschwerden nach Sklerotherapie in 87% der Fälle.

Schlussfolgerung: Die US-gesteuerte Sklerotherapie mit Polidocanol 1% ist einfach durchführbar, nebenwirkungsarm und hocheffektiv in der Behandlung von Patienten mit polyzystischer Lebererkrankung.