Rofo 2012; 184 - WS105_2
DOI: 10.1055/s-0032-1310908

Der pulmonale Rundherd-Früherkennung, Charakterisierung und Konsequenzen

B Rehbock 1
  • 1Praxis für Diagnostische Radiologie am, St. Hedwig Krankenhaus Berlin, Berlin

Pulmonale Rundherde sind in der radiolog. Routine ein Problem, da-in der Thoraxübersicht zu spät detektiert–in der Mehrzeilen-CT der hohen Sensitivität eine eingeschränkte Spezifität gegenübersteht. Die radiologische Herausforderung besteht in der Identifizierung seltenerer, malignomsuspekter Herde unter einer Vielzahl von benignen Läsionen. Mehr als 95% im CT zufällig entdeckter Rundherde messen unter 10mm, von denen bis 95% benigne sind. Die häufigste maligne Ursache für Rundherde sind Metastasen und primäre bronchopulmonale Karzinome.

Die Rundherdcharakterisierung basiert auf CT-Morphologie und -Dichte. Die morphologischen Kriterien Form, Begrenzung, Größe und Lokalisation sind in der Dignitätsbeurteilung ein diagnostischer Baustein, aber unzuverlässig und lassen im Zusammenhang mit individuellem Risikoprofil des Patienten allenfalls Wahrscheinlichkeitsaussagen zu. Nach der Dichte werden-exclusive intraläsionalen Lipids und Verkalkung als potentielle Benignitätskriterien-ansonsten solide, nicht-solide und partiell solide Noduli unterschieden. Solide Herde sind zwar am häufigsten, waren aber in Lungenkrebsfrüherkennungsstudien seltener maligne. Demgegenüber haben partiell solide und nicht solide Rundherde ein höheres Malignomrisiko. Für die meisten der malignen Herde ist eine Tumorvolumenverdopplungszeit zwischen 30 und 400 Tagen bekannt.

Als Konsequenz dieser spezifischen Wachstumsdynamik haben sich native low dose CT-follow-up-Studien mit computerassistierter Rundherdvolumetrie nach risikostratifizierten Zeitintervallen in Abhängigkeit von der Rundherdgröße als sinnvoll erwiesen (Guidelines Fleischner Society 2005). Für sog. Lungenkrebsfrüherkennungsuntersuchungen wird in Deutschland mit Hinweis auf ein adäquates Risiko (Dosis!)–Nutzen-Verhältnis eine strenge Indikation gefordert (Empfehlung AG Thorax der DRG).

Lernziele:

  • DD-Kriterien im CT

  • Aussagekraft diagnost. Methoden

  • Management inzidenteller Rundherde in Abh. von Risikoprofil und diagnost. setting

Korrespondierender Autor: Rehbock B

Praxis für Diagnostische Radiologie am, St. Hedwig Krankenhaus Berlin, Große Hamburger Str. 5–11, 10115 Berlin

E-Mail: [email protected]