Ultraschall in Med 2012; 33(5): 416-430
DOI: 10.1055/s-0032-1313201
Fort- und Weiterbildung
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Farb-/Powerdoppler-US und US-Kontrastmittel bei akutem Skrotum – Teil 1

F. M. Drudi
,
M. Valentino
,
N. Di Leo
,
F. Malpassini
,
V. Cantisani
,
M. Gnecchi
,
F. Iori
Further Information

Publication History

Publication Date:
15 October 2012 (online)

Einleitung

Akute Schmerzen im Skrotum sind eine schwerwiegende Erkrankung und in vielen Fällen ist ein unverzüglicher chirurgischer Eingriff erforderlich, um eine irreversible Schädigung der Hoden zu verhindern [1] [2]. Die klinische Untersuchung ist meist nicht ausreichend für eine genaue Diagnosestellung, da die erhobenen Befunde eine ganze Reihe verschiedener Pathologien vermuten lassen [3]. Der B-Bild-Ultraschall (US) ist die nützlichste diagnostische Methode, da dieser häufig die bei der klinischen Untersuchung vermuteten, pathologischen Veränderungen beweist und gleichzeitig noch weitere Informationen gibt [4]. Die Ergänzung mit Farb- und Powerdoppler-Methoden leisten ihren Beitrag in der US-Diagnostik, da diese Methoden Veränderungen des Blutflusses, wie sie bei einer Vielzahl von Skrotum-Auffälligkeiten auftreten, nachweisen können [5].

Mit Einführung der Mikrobubble-US-Kontrastmittel wurde es möglich, den Blutfluss in kleinen Blutgefäßen nachzuweisen und darzustellen, die Farbdoppler-Signale zu verstärken und den regionalen mikrovaskulären Blutfluss in Geweben, wie der Leber, der Niere und des Myokards zu bewerten. Kontrastverstärker der zweiten Generation (SonoVue) sind Bloodpool-Kontrastmittel und haben daher keine Äquilibrationsphase. Der kontrastverstärkte US (CEUS) hat sich im Vergleich zum Farbdoppler als treffsicherer erwiesen, z. B. bei der Untersuchung der häufigsten Hodenverletzungen und beim Nachweis von hypovaskulären Bereichen, wobei essenzielle Informationen über die Vaskularisierung des betroffenen Organs erhalten werden. Andere bildgebende Verfahren, wie MRT oder CT, werden weniger häufig verwendet und sind vor allem in solchen Fällen indiziert, in denen die US-Ergebnisse ungenau sind oder wenn Diskrepanzen zwischen klinischen und sonografischen Befunden auftreten. Ursachen für ein akutes Skrotum sind unter anderem Torsion, Ischämie und Trauma.