Ultraschall Med 2012; 33 - A1006
DOI: 10.1055/s-0032-1322749

Zysten des Plexus chorioideus – immer harmlos?

A Lemmer 1
  • 1Helios Klinikum, Kinderklinik, DE Erfurt

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Ziel:

Zysten des Plexus chorioideus gehören insbesondere bei sonografischen Screeninguntersuchungen des ZNS im Neugeborenenalter zu den relativ häufig erhobenen Zufallsbefunden. Ein Krankheitswert ist kleinen nur wenige Millimeter durchmessenden Befunden nicht zuzuordnen. Am häufigsten werden Plexuszysten im Bereich der Seitenventrikel, seltener im dritten Ventrikel und kaum im vierten Ventrikel diagnostiziert. Ziel der eigenen Untersuchungen war die Erfassung von Komplikationen durch größere Zysten des Plexus chorioideus im frühen Säuglingsalter.

Patienten:

Varianten des Verlaufes großer Plexuszysten oberhalb eines Durchmessers von 10mm wurden ausgewertet, einschließlich der zu klinischen Problemen prädisponierenden Lokalisationen.

Methode:

In einer großen Ultraschallambulanz wurden in einem Zeitraum von 10 Jahren alle überwiesenen Patienten mit Plexus- chorioideus – Zysten registriert und bei großen Plexuszysten einer Verlaufsuntersuchung unterzogen bis zur Rückbildung der Befunde bzw. der Indikationsstellung zu therapeutischer Maßnahmen.

Ergebnisse:

Ein kleiner Anteil von Plexuszysten mit ungünstiger Lokalisation führt zu einer Behinderung der Liquorzirkulation, verbunden mit klinisch relevanter intrakranieller Drucksteigerung.

Schlussfolgerung/Summary:

Die Zufallsdiagnose großer Plexuszysten macht eine sonografische Verlaufskontrolle notwendig bis zur Dokumentation der Größenregression, in Einzelfällen sind neurochirurgische Eingriffe nicht zu umgehen.