Dtsch Med Wochenschr 2012; 137 - A68
DOI: 10.1055/s-0032-1323231

Mehr Qualität durch Mindestmengenregelungen (MMR)? – Eine systematische Übersicht zu qualitätssichernden bzw. -steigernden Funktionen von MMR

C Ernsting 1, W Hoffmann-Eßer 1, S Ein Waldt 1, U Grouven 1, A Schulz 1, U Siering 1
  • 1Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln

Hintergrund:

Vor dem Hintergrund der Überprüfung der MMR in der ambulanten Behandlung im Krankenhaus [1] wurde das IQWiG durch den Gemeinsamen Bundesausschuss beauftragt, eine Literaturrecherche zu den Auswirkungen von MMR auf die medizinische Versorgung durchzuführen.

Methoden:

Es erfolgte eine systematische Literaturrecherche in den bibliografischen Datenbanken MEDLINE, EMBASE sowie bei Cochrane nach Studien, die die Einführung einer MMR in der Gesundheitsversorgung untersuchten. Zusätzlich erfolgte eine Suche über die „Related Citations“ Funktion und die Sichtung der Literaturlisten der als relevant eingestuften Studien. Der Studienpool beschränkte sich auf deutsch- und englischsprachige Studien mit Veröffentlichungsjahr ab 2000. Die Studien wurden anhand patientenrelevanter Endpunkte (z.B. Mortalität und Morbidität) und struktureller Effekte auf Auswirkungen von MMR untersucht.

Ergebnisse:

Es wurden 10 Studien identifiziert die eine Einführung von Mindestmengen anhand verschiedener Prozeduren im stationären Sektor untersuchten. Von den eingeschlossenen Studien berichteten 2 ausschließlich über patientenrelevante Endpunkte wie Mortalität und Morbidität, 4 Studien ausschließlich Strukturparameter und 4 Studien untersuchten sowohl patientenrelevante Endpunkte als auch Auswirkungen von MMR auf die Versorgungsstruktur.

Diskussion:

Die Ergebnisse zu Struktureffekten beziehen sich hauptsächlich auf die Situation in Deutschland. Bezüglich patientenrelevanter Endpunkte lieferten die eingeschlossenen Studien ein heterogenes Ergebnis. Bisher wurden die Auswirkungen von MMR nur für einzelne Prozeduren im stationären Sektor untersucht. Studien zu Mindestmengenregelungen in der ambulanten Behandlung im Krankenhaus konnten nicht identifiziert werden. Weitere kontrollierte Interventionsstudien wären erforderlich, um eine belastbare Interpretation zu qualitätssichernden bzw. -steigernden Funktionen von Mindestmengen durchführen zu können.

Literatur:

1. Gemeinsamer Bundesausschuss. Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ambulante Behandlung im Krankenhaus [online]. 18.10.2005 [Zugriff: 13.01.2012]. URL: www.g-ba.de/downloads/62-492-497/ABK-RL_116B_2010-09-16.pdf.