Pneumologie 2013; 67 - P517
DOI: 10.1055/s-0033-1334558

In vitro-Empfindlichkeitstestungen für Linezolid bei TB- und MDR-TB-Stämmen aus dem Patientenkollektiv eines regionalen Zentrums

T Weiß 1, N Schönfeld 1, R Otto-Knapp 2, L Bös 2, G Bettermann 3, H Mauch 3, H Rüssmann 3, TT Bauer 4
  • 1Klinik für Pneumologie, Lungenklinik Heckeshorn, Helios Klinikum Emil von Behring, Berlin
  • 2Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose, Berlin
  • 3Institut für Mikrobiologie, Helios Klinikum Emil von Behring, Berlin
  • 4Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose e.V., Berlin; Klinik für Pneumologie, Lungenklinik Heckeshorn, Helios Klinikum Emil von Behring, Berlin

Einleitung:

Durch Migrationsprozesse veränderte sich das Spektrum der an Tuberkulose erkrankten Patienten in Deutschland mit Zunahme der Prävalenz von MDR-TB. Resistenztestungen bekommen in diesem Kontext eine essentielle Bedeutung. Ziel unserer Studie war es, die minimalen Hemmkonzentrationen (MHK) von Linezolid in TB- und MDR-TB-Stämmen in dem Patientenkollektiv unseres regionalen Zentrums zu eruieren.

Methoden:

Wir werteten retrospektiv die MHK von 148 an unserem Zentrum bestätigten positiven Mycobacterium tuberculosis (MTb)-Kulturen aus. Von den 148 MTb-Stämmen zeigten 18 eine Multiresistenz (MDR-TB) entsprechend den aktuellen WHO-Kriterien. Anzüchtung, Identifizierung und MHK-Testung für Linezolid erfolgte auf festem 7H10 bzw. 7H11-Agarmedium (Agardilutionsmethode) nach DIN 58943.

Ergebnisse:

Für alle 148 MTb-Stämme konnte eine MHK ≤0,5 µg/ml bestimmt werden. Der MHK-Bereich für 18 MDR-TB-Stämme lag bei 0,25 – 0,5 µg/ml, für Nicht-MDR-Stämme zwischen 0,12 und 0,5 µg/ml (4 Stämme mit 0,12 µg/ml, 83 mit 0,25 µg/ml und 5 mit 0,5 µg/ml).

Schlussfolgerung:

Unsere Studie zeigt eine hohe in vitro-Empfindlichkeit der 148 untersuchten MTb-Stämme für Linezolid an unserem regionalen Zentrum und bestätigt die Ergebnisse anderer Autoren. Keinen wesentlichen Unterschied wiesen die MHK-Bereiche von MDR-TB- und Nicht-MDR-TB-Stämmen aus. Vorbehaltlich weiterer klinischer, prospektiver Prüfung findet sich hierin möglichweise eine Option für niedrige Therapiedosen von Linezolid zur Vermeidung von Toxizitäten.