Pneumologie 2013; 67 - P285
DOI: 10.1055/s-0033-1334610

Wirksamkeit von reflektorischer Atemtherapie vs. konventioneller Atemtherapie bei COPD-III-IVPatienten

S Seeberg 1, I Heinzelmann 1, A Thomae 1, C Zalpour 2, K Kenn 1
  • 1Schön Klinik Berchtesgadener Land, Schönau a.K.
  • 2Hochschule Osnabrück

Einleitung:

Atemphysiotherapie hat einen wichtigen Stellenwert in der pneumologischen Rehabilitation. Die Wirksamkeit von einzelnen Techniken ist bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Ob konventionelle Atemtherapie (AT) oder Reflektorische Atemtherapie (RAT) einen unterschiedlichen Einfluss auf Dyspnoe, Lungenfunktion und Aktivität haben, ist bislang unklar.

Methodik:

24 COPD-III-IV Patienten (62 Jahre, BMI: 24 ± 7 kg/m2, FEV1: 40 ± 8% Soll) wurden in diese cross-over-Studie eingeschlossen. Im Rahmen einer stationären multimodalen Rehabilitation wurden diese randomisiert zwei Gruppen (A und B) zugeordnet. Gruppe A erhielt zuerst RAT und Gruppe B zuerst AT. Die Zeit zwischen beiden Behandlungen betrug 7 Tage. Zu verschiedenen Zeitpunkten der Intervention (prä,post,1 Std.post) wurde die Lungenfunktion (LF) mittels Spirometrie gemessen. Jeder Proband gab sein subjektives Atemnotempfinden auf einer modifizierten Borg-Skala zu oben genannten Zeitpunkten und zusätzlich 24 Std. und 48 Std. nach Intervention an. Das Ausmaß der Aktivität wurde ab Interventionsende für 48 Std. mit dem SenseWear-Armband gemessen.

Ergebnisse:

Eine Stunde nach RAT verringerte sich die Dyspnoe von 4,7 (± 1,8) auf 3,7 (± 2,0) (p = 0,008). Es konnte zu keinem Zeitpunkt eine signifikante Verbesserung der LF in beiden Gruppen gezeigt werden. Die Verringerung der subjektiv empfundenen Atemnot eine Stunde nach RAT war signifikant größer als in der AT-Gruppe (p = 0,012). Nach 48 Stunden unterscheiden sich RAT und AT im Bezug auf das subjektive Atemnotempfinden nicht mehr signifikant voneinander. Nach RAT war die Aktivität tendenziell höher (n.s).

Diskussion:

Die vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass RAT eine Stunde nach Intervention eine stärkere Verringerung der Dyspnoe bewirkt als AT. RAT und AT scheinen keinen unterschiedlichen Einfluss auf die Lungenfunktion zu haben. Aufgrund der geringen Probandenanzahl weist diese Studie ausschließlich auf tendenzielle Entwicklungen hin, die in einer weiterführenden Untersuchung bestätigt werden sollen.