Pneumologie 2013; 67 - P157
DOI: 10.1055/s-0033-1334753

Case Report: Lungentuberkulose und spezifische Spondylodiszitis mit Begleitabszeß

T Schmeiser 1, KD Schneider 2, B Schönhofer 3
  • 1Krankenhaus Klinikum Oststadt-Heidehaus, Hannover
  • 2Klinikum Oststadt-Heidehaus, Klinik für Pneumologie und Intensivmedizin, Hannover
  • 3Klinikum Region Hannover, Pneumologie und Intensivmedizin

Eine 32 Jahre alte, gebürtig aus Madagaskar stammende Patientin stellte sich mit folgenden Leitsymptomen vor: Husten, Hyperhidrosis, Gewichtsverlust, tiefsitzende Dorsalgien. In der Röntgen-Thoraxaufnahme zeigten sich feinfleckige Verschattungen in beiden Lungenoberlappen. Röntgen der LWS ohne Pathologie. Bei klinisch hochgradigem Verdacht auf spezifische Veränderungen in den Lungenoberlappen erfolgte im Bronchialsekret der kulturelle Nachweis von Mycobacterium tuberculosis. In diesem Kontext Beginn einer 4- fach Therapie der Tuberkulose mit Isoniazid (INH), Rifampicin (RMP), Ethmabutol (EMB) und Pyrazinamid (PZA). Bei Progress der Dorsalgien unter NSAR erneute differenzialdiagnostische Bildgebung. Computertomografisch zeigte sich eine osteolytische Veränderung des LWK 4. Kernspintomografisch ebenfalls Hinweise auf eine spezifische Spondylitis sowie paravertebraler Abszess mit Infiltration des M. psoas. Bei kulturellem Nachweis von M. tuberculosis aus dem Abszess zusätzlich lokoregionärer Einsatz von RMP und INH über die Drainage. Eine chirurgische Intervention des frakturgefährdeten Wirbelkörpers zur Stabilisierung ist aktuell noch ausstehend.

Eine extrapulmonale Tuberkulose ist relativ selten, aber jedoch immer in die differenzialdiagnostischen Überlegungen bei der Diagnose einer mykobakteriellen Erkrankung mit einzubeziehen. Wichtig ist, dass die Therapie der extrapulmonalen Tuberkulosen den gleichen Grundprinzipien der Behandlung der pulmonalen Tuberkulose entspricht. Die WHO empfiehlt generell eine 9-monatige Therapie (2 Monate INH, RMP, PZA, EMB und 7 Monate INH, RMP). Zusätzliche chirurgische Interventionen können, wie in oben beschriebener Kasuistik insbesondere bei relevanten neurologischen Komplikationen oder der Instabilität tragender Knochen, frühzeitig indiziert sein.