Pneumologie 2013; 67 - P498
DOI: 10.1055/s-0033-1334792

MBOR in der pneumologischen Rehabilitation: Inhalte und Effekte

U Kaiser 1
  • 1Hochgebirgsklinik Davos, Davos-Wolfgang

Hintergrund:

Die verstärkte Berücksichtigung berufsbezogener Aspekte in der medizinischen Rehabilitation wird vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung immer bedeutsamer und folgerichtig von allen Kostenträgern nachhaltig gefordert. Bedingt durch die sozialmedizinischen Relevanz und die Folgekosten pneumologischer Erkrankungen gilt dies auch hier. Rahmenkonzepte hierzu werden insbesondere von der DRV vorgegeben.

Patienten und Methoden:

Im Rahmen einer Studie wurden 550 Patienten mit chronischen Atemwegs- und Hauterkrankungen hinsichtlich berufsbezogener Erwartungen während einer Rehabilitationsmaßnahme befragt (Rücklauf = 82,7% (N = 455). Stichprobenbeschreibung: Frauen 52,3%, Männer 47,7%); Durchschnittsalter = 48,7 Jahre (± 13,0); 91,2% leiden unter Asthma bronchiale; Multimorbidität = 68,4% mit hohen Belastungen; durchschnittliche Erkrankungsdauer = 16,3 Jahre (± 12,6).

Ergebnisse:

Die Erwartungen an den Klinikaufenthalt beziehen sich vorwiegen auf die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit (95,5%) Erholung (95,1%), Mitteilung der genauen Diagnose (91,2%), Erlernung einer gesünderen Lebensweise (84,1%) und einen ansprechenden Kurort (83,5%). Es zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Berufstätigen und den unterschiedlichen Altersgruppen. Obwohl 92,6% aller Berufstätigen einen berufsbezogenen Beratungsbedarf wünschen, haben bisher nur 11,6% außerhalb von Rehabilitationsaufenthalten Beratungen dieser Art erhalten. Der höchste Nutzen wird dabei Beratungen hinsichtlich Berentungsmöglichkeiten (78,9%) genannt.

Dem gegenüber belegen Ergebnisse einer Verlaufsstudie deutliche und anhaltende Effekte berufsbezogener Interventionen während einer stationären Rehabilitationsbehandlung (Arbeitsfähigkeit, Belastbarkeit, berufliche Leistungsfähigkeit, subjektive Erwerbsprognose). Diese positiven Ergebnisse werden auch die externe Qualitätssicherung untermauert.

Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse sprechen für einen hohen Bedarf an berufsbezogenen Interventionen und belegen gleichfalls deren Effekte. Daher sollten berufsbezogene Aspekte in der pneumologischen Rehabilitation stärker berücksichtigt werden.