Fortschr Röntgenstr 2014; 186(2): 173-174
DOI: 10.1055/s-0033-1335980
Der interessante Fall
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Das Wunderlich-Syndrom – eine seltene Differenzialdiagnose des akuten Abdomens

S. Schleder, S. Brunner, E. Huber, M. Schleder, A. G. Schreyer
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Publication History

07 May 2013

16 June 2013

Publication Date:
25 July 2013 (eFirst)

Einführung

Das akute Abdomen per se stellt kein eigenes Krankheitsbild dar, sondern beschreibt vielmehr einen Symptomkomplex, welcher durch eine Vielzahl von Erkrankungen hervorgerufen werden kann. Klassische Leitsymptome sind hierbei Schmerzen, Peristaltikstörung und vegetative Begleitsymptome. Die häufigsten Diagnosen setzen sich zusammen aus akuter Appendizitis, akuter Cholezystitis, akuter Pankreatitis, akuter (Sigma-)Divertikulitis, Ileus und renaler Kolik sowie Hohlorganperforation. Zusätzlich zu beachten sind insbesondere extraabdominelle Ursachen wie kardialer Hinterwandinfarkt, Pleuritis und Stoffwechselerkrankungen. Von großer Bedeutung ist daher eine rasche und zielgerichtete Diagnostik, die neben Anamnese und klinischer Untersuchung sowie Laborchemie auch die radiologischen bildgebenden Verfahren als wesentlichen Baustein beinhaltet. Während die abdominelle Sonografie als Basisdiagnostik insbesondere in Notfallsituationen zum Ausschluss oder zur Bestätigung von freier intraabdomineller Flüssigkeit dient sowie vornehmlich die Diagnosen Appendizitis und Cholezystitis aufdecken kann, wird mit der konventionellen Abdomenaufnahme zusätzlich eine Aussage über eine mögliche Hohlorganperforation oder ileustypische Veränderungen getroffen. Zumeist jedoch ist zur definitiven Diagnosefindung, insbesondere in der Akutsituation, eine Schnittbilddiagnostik wie die Computertomografie (CT) notwendig und hat sich zum Standardverfahren beim akuten Abdomen entwickelt (Chin JY et al. Br J Radiol 2012; 85: 596 – 602).