Laryngorhinootologie 2013; 92(S 01): S73-S87
DOI: 10.1055/s-0033-1337926
Referat
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Fehler und Gefahren: Die ästhetische Rhinoplastik sowie Brauen-, Lid- und ­Ohrmuschelkorrektur

Faults and Failure: Aesthetic Rhinoplasty plus Brow, Eyelid and Conchal Surgery
W. Gubisch
1  Klinik für Plastische Gesichtschirurgie, Marienhospital Stuttgart
,
A. Dacho
2  Klinik für Plastische Chirurgie, Katholische Kliniken Ruhrhalbinsel Essen
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Publication History

Publication Date:
26 April 2013 (online)

Zusammenfassung

Die ästhetische Chirurgie erfreut sich in den letzten Jahren einer immer größeren Beliebtheit und Akzeptanz. Einer der am häufigsten nachgefragten Eingriffe ist die ästhetische Nasenkorrektur. In kaum einem anderen Bereich ist das Ergebnis so augenscheinlich wie bei der ästhetischen Rhinoplastik. Im Jahre 2010 wurden laut ISAPS über 980 000 kosmetische Rhinoplastiken weltweit durchgeführt. Dies entspricht 10,4% aller erfassten ästhetischen Eingriffe. Bei einer solch großen Anzahl von Nasenkorrekturen sind Komplikationen nicht auszuschließen. Mit bis zu 15% liegt der Anteil der Patienten, die nach einer ästhetischen Rhinoplastik so unzufrieden mit dem Ergebnis sind, dass Sie erneut einen Arzt zur operativen Korrektur konsultieren. Am häufigsten werden Ergebnisse im Bereich der Nasenspitze gefolgt von funktionellen Problemen und Unregelmäßigkeiten im Bereich des Nasenrückens bemängelt. Der verantwortungsvolle Rhinochirurg hat allerdings nicht nur intraoperativ viele anatomische und physiologische Details zu berücksichtigen, sondern muss schon in der Vorauswahl und auch bei der Nachbetreuung seiner ästhetischen Patienten ethische und psychologische Aspekte berücksichtigen. Hierunter fallen Begriffe, wie Body Image, Dysmorphophobie oder Thersites Komplex, die jedem ästhetisch tätigen Chirurgen bekannt sein sollten. Akronyme, wie SIMON bzw. SYLVIA, sollen den Chirurgen zusätzlich in der Analyse seiner Patienten unterstützen.

Dieser Artikel wird – aufgeschlüsselt nach der anatomischen Struktur – die häufigsten Fehler, Komplikationen und Gefahren nach ästhetischen Nasenkorrekturen darstellen, analysieren sowie Techniken vorstellen, mit denen solch ungünstige Veränderungen korrigiert werden sollten bzw. Strategien aufzeigen, um diese Fehler bei zukünftigen Eingriffen vermeiden zu können. Darüberhinaus werden die psychologischen, sozialen und psychiatrischen Aspekte in der Indikationsstellung sowie der Umgang mit ästhetischen Patienten beleuchtet.

Abstract

Faults and Failure: Aesthetic Rhinoplasty Plus Brow, Eyelid and Conchal Surgery

Within the last years aesthetic surgery enjoys greater popularity and acceptance. One of the most frequently asked operations has been the aesthetic rhinoplasty. Hardly any other field of surgery is exposed to such a critical analysis than aesthetic rhinoplasty because the results are so obvious. According to the „International Society of Aesthetic Surgery” (ISAPS) over 980 000 cosmetic rhinoplasties have been peformed in 2010. This corresponds to 10.4% of all registered aesthetic procedures worldwide. Complications can not be eliminated in such a large number of nasal operations. Up to 15% of all patients re-consult a doctor for a revision because they are dissatisfied with their final rhinoplasty result. Findings of the tip followed by functional problems and irregularities of the nasal dorsum are named most frequently. The responsible rhinosurgeon has to regard all anatomical and physiological details and to consider ethical and psychological aspects in the preselection and postoperative care of the patient. Aesthetic surgeons should be acquainted with terms and definitions like body image, dysmorphophobia or Thersites complex. Acronyms, like “SIMON” or “SYLVIA”, support the physician additionally to analyze and assess the patient. The following article describes the most frequent faults, complications and pitfalls after aesthetic rhinoplasty listed by the anatomical structure. Results will be analyzed, strategies and techniques will be suggested to correct the faults and to prevent them in the future. Furthermore psychologic, social and psychiatric aspects will be discussed and handling with aesthetic patients explained.