Zusammenfassung
Die Adipositas als chronische Erkrankung zeichnet sich durch eine Interaktion von
Vererbungsfaktoren und Umweltfaktoren aus. Frauen können in verschiedenen Lebensphasen
auf unterschiedliche Art und Weise mit einem Erkrankungsrisiko konfrontiert sein und
somit sollten die Weichen bezüglich präventiver Strategien in allen Lebensphasen gestellt
werden.
Allgemein beinhaltet die Schwangerschaft eine entscheidende Phase der Prägung für
das spätere Körpergewicht. Eine Überernährung der Mutter und mangelnde körperliche
Aktivität (KA) führen zu einer negativen Voraussetzung für das Neugeborene. Treten
bestimmte Hormone während kritischer Phasen der frühen Entwicklung in abnormen Konzentrationen
auf, kann es zu einer anhaltenden Fehlprogrammierung zentraler Regelkreise des Neugeborenen
kommen (epigenetische Programmierung). Ein besonderes Risiko für eine spätere Adipositas
stellt ein hohes Geburtsgewicht („large for gestation“ [LGA]) dar. Frauen, die selbst
als „large for gestation“ geboren wurden, weisen im gebärfähigen Alter unabhängig
von ihrem BMI auch ein größeres Risiko auf, ein LGA-Kind zu gebären. Dies könnte die
ansteigende Adipositasepidemie miterklären.
Im weiteren Lebenslauf zeigt die Pubertät mit ihren endokrinologischen Veränderungen
eine „gender“-abhängige Problematik der Adipositasentwicklung zuungunsten der Mädchen.
Mädchen sind eher inaktiv und bevorzugen eine eher sitzende Lebensweise.
Des Weiteren sind Frauen in der Menopause einem erhöhten Adipositasrisiko ausgesetzt,
profitieren aber verstärkt von körperlicher Aktivität (KA). Die Reduktion der Fettmasse
kann als Triggerfunktion für alle weiteren chronischen Erkrankungen angesehen werden.
Selbst bei übergewichtigen Frauen können Risikofaktoren durch körperliche Aktivität,
unabhängig davon, ob ein Gewichtsverlust eintritt oder nicht, verbessert werden. Die
Lebensstilkomponenten ausgewogene Ernährung und KA müssen in den Vordergrund rücken.
Abstract
Obesity is a chronic desease. In addition to a genetic predisposition for obesity,
there are strong familial influences on the nutritional, physical and social behaviour.
In different time-periods in lifespan females are faced with the risk of obesity development,
and prevention strategies must be established.
Even pregnancy is already an important period for the prediction of bodyweight in
later life. Increasing levels of hormones in critical phases of early growth can maintain
an epigenetic programming of central feedback systems in the newborn child.
Women who were born as “large for gestation” (LGA) show in the child-bearing age –
independent of BMI – a higher risk to give birth to a LGA child. This could be an
explication for obesity epidemic.
For the further development of bodyweight in childhood the increasing obesity prevalence
in childhood partly depends on mother’s obesity.
Puberty with all endochrinological changes includes a „Gender specific“problem of
obesity development. Girls are more inactive and prefer sedentariness in their socialisation.
The postmenopause provides a further time-period with an increased risk to develop
obesity and plays an important role for prevention strategies due to the demographic
changes. Menopausal women benefit largely from physical activity (PA). Weight maintainance
and weight loosing by PA leads to a decreased risk for cardiovascular diseases and
breast cancer caused by decreased abdominal body fat. The decrease of fat mass has
a trigger function for all further deseases. Even in overweight and obese women, risk
factors can be improved by PA – independent of weight-reduction. Age adapted nutrition
and PA must be considered as the most important preventive lifestyle components.
Schlüsselwörter
Adipositasprävention - mütterliches Übergewicht - genderabhängiges Adipositasrisiko
- Pubertät - Menopause
Keywords
obesity prevention - maternal obesity - gender dependent obesity risk - puberty -
menopause