Drug Res (Stuttg) 2014; 64(S 01): S9-S10
DOI: 10.1055/s-0033-1358030
Symposium der Paul-Martini-Stiftung
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Antibiotikatherapie bei Sepsis – immer maximal „breit“ behandeln?

F. M. Brunkhorst
Paul-Martini-Forschergruppe für Klinische Sepsisforschung, Zentrum für Klinische Studien (ZKS), Center of Sepsis Control and Care (CSCC); Klinik für Anaesthesiologie und Intensivtherapie; Universitätsklinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena
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Publication Date:
25 November 2014 (online)

Hintergrund: Zur antimikrobiellen Therapie von Patienten mit schwerer Sepsis bzw. septischem Schock lagen bis vor kurzem keine Ergebnisse aus prospektiven randomisierten, kontrollierten Therapiestudien vor. Grund hierfür war, dass diese Patienten aufgrund der sepsisbedingt hohen Letalitätsraten in den Zulassungsstudien neuer antimikrobieller Substanzen bisher ausgeschlossen wurden. Unumstritten ist, dass eine frühzeitige und gezielte antimikrobielle Therapie, definiert als die Verwendung von mindestens einem Wirkstoff mit In-vitro-Aktivität gegen den isolierten Erreger, mit einer erniedrigten Sterblichkeit einhergeht. Der inkrementelle Nutzen einer Kombinationstherapie ist dabei umstritten. Die Rationale für eine Kombinationstherapie beruht auf den folgenden potenziell vorteilhaften Mechanismen: i) erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Erreger auf einen der Kombinationspartner sensibel ist; ii) potenzielle immunmodulatorische Wirkung des Kombinationspartners, und iii) additive oder sogar synergistische antimikrobielle Wirkung der Kombination (d. h. schnellere Abtötung der Erreger).