Die rasche therapeutische Hypothermie nach einem Kreislaufstillstand kann durch Reduktion
des Hirnstoffwechsels neurologische Folgeschäden vermindern bzw. vermeiden. Zahlreiche
Studien haben gezeigt, dass die Zeit bis zur Etablierung der Hypothermie (34–32 °C)
je nach Setting und Kühlmethode variiert und die Prognose entscheidend beeinflussen
kann. Methylenblau als Antioxidanz und NO-Blocker weist – wie unterschiedliche Fallbeschreibungen
und experimentelle Studien zeigen – neuroprotektive Eigenschaften auf. Durch seine
Lipophilie passiert es problemlos die Blut-Hirn-Schranke und kann durch sein Redoxpotenzial
als Elektronencarrier im zerebralen Sauerstoffmetabolismus agieren. Somit könnte die
Substanz bereits vor der eigentlichen therapeutischen Hypothermie neuroprotektiv wirken.