Palliativmedizin 2014; 15 - PD245
DOI: 10.1055/s-0034-1374416

Ergebnisse eines systematischen Reviews zur Effektivität von Disease Management Programmen (DMPs) bei Typ 2 Diabetes mellitus in Deutschland

S Fuchs 1, C Henschke 1, M Blümel 1, R Busse 1
  • 1Technische Universität Berlin, Fachgebiet Management im Gesundheitswesen, Berlin, Deutschland

Hintergrund: Disease Management Programme (DMPs) zielen darauf, die Qualität in der medizinischen Versorgung chronisch Kranker zu verbessern. Obwohl eine Vielzahl an Studien zum Thema existiert, gibt es keine eindeutige Evidenz zur Effektivität von DMPs in Deutschland. Das Ziel dieser Untersuchung ist auf Grundlage vorhandener Evaluationen im Kontrollgruppendesign die Effektivität von DMPs für Typ 2 Diabetes mellitus zu beurteilen. Dies erfolgt auf Basis erfasster Ergebnis- und Prozessparameter sowie ökonomischer Parameter.

Methode: Für die Untersuchung wurde ein systematisches Review erstellt. Die Recherche erfolgte in den elektronischen Datenbanken MEDLINE, EMBASE, Cochrane Library und CCMed.

Ergebnisse: Sowohl die Studiencharakteristika als auch die untersuchten Prozess- und Ergebnisparameter der aus 9 Studien eingeschlossenen Publikationen sind sehr heterogen; in keiner Studie reicht der Erhebungszeitraum über das Jahr 2008 hinaus. Bezüglich der Ergebnisparameter zeigen sich in Mortalität und Lebensdauer positive Effekte (3 bzw. 2 Publikationen aus 2 bzw. 1 Studie). Für Parameter der Morbidität lassen sich keine einheitlichen Effekte erkennen. Prozessparameter zeigen überwiegend positive Effekte für DMP Teilnehmer auf (7 Publikationen aus 5 Studien). Ökonomische Effekte sind in zu geringem Umfang erfasst und es gibt keine eindeutigen Ergebnisse.

Schlussfolgerung: Positive Tendenzen für die Endpunkte Mortalität und Lebensdauer sowie verbesserte Ergebnisse im Bereich der Prozessparameter lassen darauf schließen, dass eine verbesserte Versorgung von Patienten mit Diabetes mellitus erreicht werden kann. Eine weiterführende bzw. aktuellere Evaluation klinischer Parameter ist jedoch zwingend notwendig, da Veränderungen von Ergebnisparametern, die auch die Qualität der Versorgung widerspiegeln, erst über einen längeren Studienzeitraum sichtbar werden.