Palliativmedizin 2014; 15 - PD268
DOI: 10.1055/s-0034-1374439

Bedarf und Anforderungen an einen individuellen webbasierten Monitoring für Patienten nach allogener Stammzelltransplantation

S Tuttas 1, 2, J Schmitt 3, L Heinrich 3, M Bornhäuser 1, D Schmidtbleicher 2, M Schuler 1
  • 1Medizinische Klinik I des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus der TU Dresden, Dresden, Deutschland
  • 2Institut für Sportwissenschaften, Goethe Universität Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
  • 3Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus der TU Dresden, Dresden, Deutschland

Hintergrund: Die ambulante Weiterbehandlung von allogen Transplantierten ist aufgrund möglicher Komplikationen (Abstoßungsreaktion, Infektionen, psychosoziale Probleme) von großer Bedeutung. Zuständigen Transplantationszentren sind häufig weit von den Wohnorten der Patienten entfernt. Eine zukünftige Option könnte die zusätzliche Fernbetreuung (via Webmonitoring) sein. Dies kann Unterstützung und Motivation bei der Weiterführung von Sport und gesunder Ernährung beinhalten, woraus eine Minderung von Langzeitfolgen resultieren kann. Wie die Bereitschaft ist und welchen Bedarf Transplantierte an einem Webmonitoring haben, sind zentrale Fragestellungen.

Methodik: Ein eigens entwickelter Fragebogen aus 4 Teilen: 15 Sportitems, 13 Ernährungsitems, 10 PC-Items, 10 Anamneseitems, erfragt die Akzeptanz des Webmonitorings. Der Fragebogen wurde an konsekutive stationäre und ambulante Patienten des Uniklinikums Dresden mit Z.n. Fremdspendertransplantation innerhalb der vergangenen 3 Jahre ausgehändigt (Rücklaufquote 75,5%).

Ergebnisse: An der Befragung nahmen 145 Transplantierte (43,4% Frauen, medianes Alter 57J., Range 25 – 70J.) teil. Trotz hoher Motivation (88,5%) für mehr Sport ist nur rund die Hälfte der Befragten tatsächlich körperlich aktiv. Bezüglich „Ernährung & Krebs“ besteht bei 59,3% der Patienten ein großes Interesse an Informationen. Über 2/3 der Patienten (auch über 60jährige) verfügen über einen PC (inkl. Kenntnisse). Jene, die nicht durch ihren Arzt zu den Möglichkeiten von Sport u. Ernährung aufgeklärt wurden, zeigen ein hohes Interesse an einem webbasierten Monitoring.

Schlussfolgerung: Hoher Bedarf und großes Interesse an Beratung und Unterstützung zu Sport und Ernährung besteht nach Fremdspendertransplantation. Das Vorhandensein eines PCs ist auch bei dem Großteil der älteren Erkrankten verfügbar. Dies sind wesentliche Voraussetzungen für die Entwicklung eines individuellen webbasierten Monitorings für Patienten mit Z.n. allogener Stammzelltransplantation.