Palliativmedizin 2014; 15 - PD281
DOI: 10.1055/s-0034-1374452

Anwendung eines Sets von Qualitätsindikatoren – Ergebnisse eines Pretests in fünf europäischen Ländern (IMPACT Projekt)

B Jaspers 1, D Grammatico 2, M Hesse 2, N Davies 3, R Sommerbakk 4, J van Riet Paap 5, E Mariani 6 L Radbruch 2, für die IMPACT Studiengruppe
  • 1Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, Bonn, Deutschland
  • 2Universität Bonn, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, Bonn, Deutschland
  • 3University College London, Department of Primary Care for Older People, London, Vereinigtes Königreich
  • 4Norwegian University of Science and Technology, Palliative Medicine Unit, Faculty of Medicine, Trondheim, Norwegen
  • 5Radboud University Nijmegen Medical Centre, Scientific Institute for Quality of Healthcare, Nijmegen, Niederlande
  • 6University of Bologna, Department of Psychology, Bologna, Italien

Hintergrund: Das Ziel der IMPACT Studie ist die Entwicklung von Strategien zur Implementierung von Qualitätsindikatoren (QI), um die Organisation von Palliative Care (PC) für Patienten mit Tumor- und dementiellen Erkrankungen in Europa zu verbessern. Nach einer systematischen Literaturrecherche zu organisatorischen QI wurde im Rahmen eines RAND Delphi Verfahrens ein Set von 25 QI konsentiert und in einem Pretest in fünf europäischen Ländern (England, Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen) angewandt.

Methode: Die konsentierten QI wurden in Zusammenarbeit der Forscher aus fünf Ländern operationalisiert. Ein Online Fragebogen (lime survey) wurde entwickelt und in die jeweilige Sprache übersetzt. In ausgewählten Einrichtungen (Pflegeheime, Krankenhäuser inkl. Palliativstationen, Hospize und Dienste der Primärversorgung) wurde der Fragebogen durch einen erfahrenen Berater eingeführt. Nach Feedback der Ergebnisse wurden die Daten ggf. bereinigt (Fehleinträge, Missverständnisse).

Ergebnisse: Am Pretest nahmen 37 Einrichtungen teil. Für die meisten ist ein spezialisiertes PC Team verfügbar (25); nur drei haben keinen Zugang zu Beratung durch Experten in PC. Obwohl viele Einrichtungen Trauerbegleitung für Angehörige und Teammitglieder anbieten, fehlte oft ein standardisiertes Vorgehen. 24/7 Verfügbarkeit von Opioiden (30 Einrichtungen) und Koanalgetika (29) war in den meisten Einrichtungen gegeben). Detaillierte Informationen über Patienten wurden von 27 Einrichtungen zeitnah zur Verlegung übermittelt, 23 boten besondere Kontaktpersonen (key worker etc) an (23). Nur 6 stationäre Einrichtungen hatten keine Einzelzimmer für Sterbende, aber alle offene Besuchszeiten und Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige.

Fazit: Die QI stießen eine lebhafte Diskussion zum organisatorischen Verbesserungsbedarf und zur Anwendbarkeit der QI in den befragten Einrichtungen an. Die meisten Indikatoren wurden als versorgungsrelevant eingestuft.

Förderung: Europäische Union FP7 n 258883