Palliativmedizin 2014; 15 - PD284
DOI: 10.1055/s-0034-1374455

Qualitätssicherung im ambulanten Sektor: Erstellung eines deutschen Indikationenkatalogs ambulant-sensitiver Krankenhausfälle mit anschließender Erhebung und Auswertung

L Sundmacher 1, ASK-Studiengruppe
  • 1Fakultät für Betriebswirtschaft, München, Deutschland

Als ambulant-sensitive Krankenhausfälle (ASK) werden Krankenhausfälle bezeichnet, von denen angenommen wird, dass sie sich durch Vorsorge oder rechtzeitige Intervention im ambulanten Sektor hätten vermeiden lassen. Welche Indikationen dazu zählen variiert zwischen den existierenden Katalogen ambulant-sensitiver Krankenhausfälle. Ziel dieses Projekts ist es, innerhalb einer Delphi-Analyse mit drei Runden einen Katalog ambulant-sensitiver Krankenhausfälle für den Deutschen Kontext zu erstellen.

Basierend auf einer ausführlichen Literaturrecherche wurde eine umfassende Liste möglicher ASK-Indikationen auf Basis der existierenden ASK-Kataloge zusammengestellt. Indikationen, welche gemäß ICD-9 kodiert waren, wurden in ICD-10-Codes übersetzt. Daraufhin folgte eine Konsolidierung des Katalogs und die Übertagung der selektierten Liste möglicher ASK-Indikationen in ein Online-Tool. Die Teilnehmer der Delphi-Analyse waren 40 Ärzte aus dem ambulanten und stationären Bereich in Deutschland. In der ersten Delphi-Runde wurden mehr als 20 ICD-3-Steller Indikationen identifiziert, die mehr als 70% Zustimmung durch die Auswahl der Ärzte erhielten. In der zweiten Runde wurden Indikationen, die weder 70% Zustimmung noch Verneinung erhielten, auf Ebene der ICD-4-Steller abgefragt. In der dritten Runde erfolgte nun die abermalige Bestätigung der Indikationen durch die Ärzte sowie eine Umfrage, durch welche spezifizierten Maßnahmen die Krankenhausfälle vermeidbar wären.

Mehr als 20 Krankheitsgruppen wurden von mindestens 70% der 40 teilnehmenden Ärzte mehrfach als ambulant-sensitiv eingestuft. Die ambulant-sensitiven Krankenhausfälle lassen sich laut Einschätzung der Ärzte durch Verbesserung der Erreichbarkeit, der Kontinuität in der Behandlung sowie bessere Kommunikation reduzieren. Welche Vorschläge die teilnehmenden Ärzte für welche Krankheitsgruppen gemacht haben, werten wir derzeit aus. Basierend auf dem neuen Katalog errechnen wir zudem derzeit das Potential für Kosteneinsparungen.