Palliativmedizin 2014; 15 - PD285
DOI: 10.1055/s-0034-1374456

Erfolgsorienterte Vergütung im Gesundheitsnetz QuE Nürnberg. Basis für eine überdurchschnittliche Prozess-, Struktur- und Ergebnisqualität

V Wambach 1, J Lindenthal 2
  • 1Gesundheitsnetz QuE Nürnberg, Nürnberg, Deutschland
  • 2Gesundheitsnetz QuE Nürnberg, QuE-Netzmanagement, Nürnberg, Deutschland

Der verbindliche Zusammenschluss von Ärzten mit Kooperationspartnern aus Pflege, Klinik, Selbsthilfe und komplementären Dienstleistern sowie die Einführung eines netzspezifischen erfolgsorientierten Vergütungssystems auf Basis definierter Qualitätsindikatoren haben dazu geführt, dass es dem Gesundheitsnetz QuE Nürnberg dauerhaft gelungen ist, die Prozess-, Struktur- und Ergebnisqualität fortlaufend zu verbessern. 2007 – 2012 kann QuE belegen, dass es auch in Großstädten möglich ist überdurchschnittliche Wirtschaftlichkeitspotenziale zu heben und gleichzeitig die med. Versorgungsqualität nachweisbar zu verbessern. Auch die Patientenzufriedenheit ist überdurchschnittlich hoch. 97,5% von 4.500 befragten Patienten gaben 2012 an, dass sie mit den QuE-Netzärzten zufrieden sind. Knapp 99% würden die QuE-Praxen auch weiterempfehlen. Die hohe Zufriedenheit wird zudem auch vom unabhängigen Patientenportal der „Weißen Liste“ bestätigt.

Netzschwerpunkt ist u.a. die Vermeidung von UAWs. 2012 erhielten lediglich 22% der Ü-65-Jährigen eingeschriebenen QuE-AOK-Netzpatienten 7 unterschiedliche ATC oder mehr. Auch der Anteil an PRISCUS-Verordnungen für Ü-65-Jährige lag im Netz mit 16,7% deutlich unter dem vergleichbarer Studien. Zudem kann gezeigt werden, dass die von QuE behandelten Hypertoniker und Diabetiker deutlich besser eingestellt sind als im bayerischen Durchschnitt.

Betrachtet man den ökon. Erfolg, z.B. für den IV-Vertrag mit der AOK Bayern, kann QuE für 2007 – 2011 ein positives Ergebnis nachweisen. Basis ist die NIKA je Patient p.a. Während diese 2006 noch mit 146 € je Patient im Minus lag, konnte 2010 ein pos. Ergebnis von 154 €/Patient erzielt werden. Dieser Unterschied von knapp 300 € konnte v.a. durch ein effizientes Arzneimittelmanagement sowie durch eine koordinierte Abstimmung mit dem stationären Bereich erzielt werden. Umfassende Schulungsmaßnahmen, Pharmako-Kleingruppenarbeit und intersektorale QZ zeigen dabei ebenso Wirkung wie ein begleitendes QuE-Netz-Controlling.