Palliativmedizin 2014; 15 - PD287
DOI: 10.1055/s-0034-1374458

Qualitätsindikatoren zu potentiell vermeidbaren Krankenhausaufnahmen bei chronischen Erkrankungen: Determinanten der kleinräumigen Variabilität unter Berücksichtigung der Erkrankungsprävalenz

M Weyermann 1, S Knorr 1, T Czihal 2, D von Stillfried 2, S Drösler 1
  • 1Hochschule Niederrhein, Fachbereich Gesundheitswesen, Krefeld, Deutschland
  • 2Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland, Berlin, Deutschland

Hintergrund: Bevölkerungsbezogene Raten stationärer Aufnahmen (KH-Raten) bei speziellen chronischen Erkrankungen (Primary Care Indicators, PCI) sollen die ambulante Versorgungsqualität reflektieren. Auf Ebene der Landkreise (LK) werden für das Jahr 2011 potentielle Determinanten der Variabilität dieser Raten unter Berücksichtigung der Erkrankungsprävalenz (Prävalenz) untersucht.

Methodik: Die indirekt standardisierten KH-Raten in allen 402 LK werden an Hand der DRG-Statistik (Destatis) für Hypertonie (HTN), Herzinsuffizienz (CHF) und Ausprägungen des Diabetes Mellitus (DM) ermittelt. Die Prävalenzen auf LK-Ebene berechnet das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung auf Basis der bundesweiten vertragsärztlichen Diagnose-Daten. Als potentielle Determinanten werden mittels linearer Regression die Prävalenz, Merkmale der Versorgungsstruktur sowie soziodemographische Merkmale (INKAR 2010) berücksichtigt.

Ergebnisse: In bivariaten Analysen ist die jeweilige Prävalenz der wichtigste Prädiktor zur Erklärung der Variabilität der PCI (R2: 0,18 (DM-entgleist) bis 0,35 (CHF)). Bei zusätzlicher Berücksichtigung der Dichte von KH-Betten, Hausärzten und Internisten sowie soziodemographischer Merkmale steigt die erklärte Varianz auf 0,22 (DM-entgleist) bis 0,47 (CHF). Während die Hausarzt- bzw. die Internistendichte z.T. einen statistisch signifikanten inversen Zusammenhang zu den PCI aufweisen (zu CHF, HTN, DM-entgleist bzw. zu CHF, DM-chron. Komplikationen, DM-unkontrolliert und DM-Amputationen), zeigt sich für die KH-Bettendichte ein statistisch signifikanter positiver Zusammenhang mit HTN, CHF, DM-unkontrolliert und DM-Amputationen. Insgesamt tragen Versorgungsstrukturmerkmale wenig zur Erklärung der Varianz der PCI bei.

Diskussion: Die PCI sind stark von der Prävalenz der darzustellenden Krankheit abhängig. Die hier untersuchten Merkmale der medizinischen Versorgungsstruktur haben eine untergeordnete Bedeutung und bedürfen im Einzelnen weiterer Analysen.