Palliativmedizin 2014; 15 - PD305
DOI: 10.1055/s-0034-1374476

Typen gut vs. schlecht eingestellter Menschen mit Typ 2 Diabetes mellitus

M Pentzek 1, HH Abholz 1, A Icks 2, S Wilm 1
  • 1Heinrich-Heine-Universität, Med. Fak., Institut für Allgemeinmedizin, Düsseldorf, Deutschland
  • 2Heinrich Heine-Universität Düsseldorf, Funktionsbereich Public Health, Düsseldorf, Deutschland

Fragestellung: Wenig ist bekannt über die Charakteristika der Gruppen dauerhaft schlecht (DS) und dauerhaft gut (DG) eingestellter Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 (T2D). Ziel der vorliegenden Analysen ist es, relevante gesundheitspsychologische Faktoren zur Charakterisierung der beiden Gruppen zu finden.

Methodik: Ein Fragebogen mit 50 Items wurde an 531 Hausarzt-Patienten versendet. HbA1c-Wert über Hauarzt zu 2 Zeitpunkten: dauerhaft gut = beide Male ≤7,5; dauerhaft schlecht = beide Male ≥8,0. Analysen: a) Faktorenanalyse der Items; b) Clusteranalyse mit den gefundenen Faktoren (Typen von T2D-Patienten)

Ergebnis: N = 362 (69,2%); Alter: 66,7 ± 11,7; 50,0% Frauen. a) Faktorenanalyse: rotierte 4-Faktoren Lösung (KMO = 0,83; Bartlett χ2= 4685,58, p < 0,001; R2= 37,98%): „Unter Diabetes leiden“, „den Diabetes integrieren“, „Gefahren wahrnehmen“, „Diabetes ignorieren“. b) Clusteranalyse: Die schlecht eingestellte Gruppe (keine Clusterung) unterscheidet sich insgesamt von der DG-Gruppe durch höhere Werte auf dem Faktor „Leiden“. 3 Cluster in der gut eingestellten Gruppe (Ø Silhouette 0,4), das größte lässt sich mit höheren Faktorwerten auf „Integrieren“, geringeren Werten auf „Leiden“ und „Ignorieren“ sowie höheren Werten auf „Gefahren“ beschreiben.

Schlussfolgerung: Dauerhaft schlecht eingestellte Patienten mit T2D zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Diabetes in höherem Maße als Einschränkung des täglichen Lebens wahrnehmen – dies unabhängig von Komorbiditäten oder Krankheitsdauer. Ein Kausalitätsschluss kann mit diesen Querschnittsdaten nicht gezogen werden. Für die Praxis ergeben sich Implikationen für die Beratung zur Integration des Diabetes in den Alltag.