Palliativmedizin 2014; 15 - PD317
DOI: 10.1055/s-0034-1374487

Informationsverhalten und Informationsbedarf zu krebsbezogenen Themen bei Leistungserbringern in der medizinischen und psychotherapeutisch/psychosozialen Versorgung

A Gaisser 1, S Weg-Remers 1
  • 1Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst, Heidelberg, Deutschland

Hintergrund: Patientenorientierung in der Onkologie heißt auch adäquate Befriedigung des ausgeprägten Informationsbedarfs der Betroffenen. In die Versorgung sind zahlreiche nicht spezifisch onkologisch ausgebildete Leistungserbringer eingebunden, die auch Ansprechpartner für Patientenfragen sind. Wie gut sind sie dafür gerüstet? Wie und wo verschaffen sie sich die benötigten Informationen? Welchen (zusätzlichen) Bedarf haben sie, und wie sind die Anforderungen? Der Krebsinformationsdienst hat zusammen mit der Prognos AG eine Untersuchung zu diesen Fragestellungen durchgeführt.

Methoden: Auf der Basis von Fokusgruppendiskussionen wurde ein Fragebogen mit 15 Fragen entwickelt und nach Pretest 2011 bundesweit an jeweils 500 Allgemeinmediziner und hausärztlich tätige Internisten, niedergelassene Gynäkologen und Urologen, Pflegende, Psychotherapeuten und psychosoziale Berater versandt.

Ergebnisse: Der Rücklauf betrug insgesamt 25%. In allen Berufsgruppen gaben mindestens 90% der Beantworter an, in ihrer Berufspraxis häufig oder sehr häufig mit dem Thema Krebs in Berührung zu kommen. Sie informieren sich regelmäßig über 8 – 12 Themen, bei unterschiedlichem Informationsprofil. Kritik an verfügbaren Angeboten betrifft besonders die Übersichtlichkeit und damit die direkte Nutzbarkeit. In allen Berufsgruppen besteht Interesse an einem zusätzlichen spezifischen Informationsangebot (40 – 80%). Bei breitem Spektrum interessierender Themen besteht in allen Gruppen Zusatzbedarf an Information zu Komplementärmedizin, zu Anbietern spezifischer Leistungen, bei Ärzten zu Psychoonkologie und Evaluation von Behandlungsmethoden. Zentrale Anforderungen sind weitgehend übereinstimmend Übersichtlichkeit, Aktualität, Unabhängigkeit, Kostenfreiheit, allgemeinverständliche Sprache und praktische Nutzbarkeit. Konkrete fallbezogene Informationen wünschen 50 – 65% der befragten Ärzte. Internetbasierte und schriftliche Informationen werden präferiert. Detaillierte Auswertungen werden vorgestellt.