Palliativmedizin 2014; 15 - PD318
DOI: 10.1055/s-0034-1374488

Wie lassen sich Patienten in Trauma Leitlinien (LL) einbeziehen?

S Bühn 1, P Prengel 1, D Pieper 1, E Neugebauer 2, M Eikermann 1
  • 1IFOM – Universität Witten/Herdecke, Evidenzbasierte Versorgungsforschung, Köln, Deutschland
  • 2IFOM – Universität Witten/Herdecke, Köln, Deutschland

Fragestellung: LL leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungsqualität. Um Bedürfnisse und Präferenzen von Patienten abzubilden, ist deren Einbindung bei der LL-Entwicklung essentiell. Das Guideline International Network benutzt in diesem Kontext den Begriff Patient Public Involvement (PPI), der den Einbezug von Bürgern, Betroffenen und Patienten in die LL-Entwicklung durch Konsultation, Partizipation und Kommunikation beschreibt. Ziel dieser Arbeit ist es, die Verbreitung von PPI in LL der Trauma-Medizin darzustellen.

Methodik: Durch eine systematische LL-Recherche wurden 2009 – 2013 publizierte, evidenzbasierte, englisch- und deutschsprachige LL zu Trauma bei Erwachsenen eingeschlossen. PPI wurde in den LL- Entwicklungsphasen Vorbereitung (Konsultation), Erarbeitung und Implementierung (Partizipation) extrahiert. Erfasst wurde, welche Personen beteiligt waren und ob Gründe für die Nichtbeteiligung von Patienten genannt wurden. Ebenso wurden Patienteninformationen (Kommunikation) dokumentiert. Alle Schritte wurden von zwei Reviewern unabhängig voneinander durchgeführt.

Ergebnis: Exemplarisch wurden 14 LL zum Schädelhirntrauma (SHT) eingeschlossen. Bei drei LL waren Patienten in den Phasen Vorbereitung (Konsultation) und Erarbeitung (Partizipation) involviert. Eine LL gab an, Patienten nicht zu beteiligen, da der optimale Entwicklungsprozess der LL dadurch nicht erleichtert würde. In sechs von 14 LL waren Patienteninformationen (Kommunikation) in Form von Handouts oder Adressen für weiterführende Informationen zu finden. Die vollständigen Ergebnisse werden auf dem Kongress vorgestellt.

Schlussfolgerung: Beim SHT handelt es sich um eine akute Notfallsituation. PPI würde man hier intuitiv weniger erwarten, dennoch wurde es in Form von Patienteninformationen in fast der Hälfte der LL umgesetzt. Eine Weiterentwicklung zu mehr PPI in den Phasen Konsultation und Partizipation wäre für eine patientenorientierte Versorgung wünschenswert.