Palliativmedizin 2014; 15 - PD336
DOI: 10.1055/s-0034-1374506

Disease Management Programme (DMPs) bei Schwerpflegebedürftigen

L Dorin 1, S Metzing 2, A Büscher 1
  • 1University of Applied Science Osnabrück/Universität Witten/Herdecke, Osnabrück/Witten, Deutschland
  • 2Universität Witten/Herdecke/University of Applied Science Osnabrück, Witten/Osnabrück, Deutschland

Nach internationalem Vorbild wurden in Deutschland strukturierte Behandlungsprogramme für Menschen mit chronischen Erkrankungen geschaffen und etabliert. Chronische Erkrankungen sind bei pflegebedürftigen Menschen weit verbreitet. Oftmals haben Pflegebedürftige der Stufe II sogar mehr als eine chronische Erkrankung. Gerade für diese vulnerable Personengruppe ist es deshalb wichtig, regelmäßige medizinische Betreuung und Beratung zu erhalten, um ein möglichst gutes Management im Umgang mit der Erkrankung im Alltag realisieren zu können.

Fragestellung: Wie hoch ist die Beteiligung Schwerpflegebedürftiger an DMPs? Bleiben die Betroffenen auch bei zunehmendem Pflege- und Hilfebedarf in die DMPs eingeschrieben?

Methodik: Auswertung von Routinedaten der BARMER GEK. Eingeschlossen sind 2.414 Schwerpflegebedürftige, die in Pflegestufe II eingruppiert waren und ambulant versorgt wurden. Das Follow-up erfolgte 6 Monate nach der ersten Erhebung.

Ergebnis: Zwei von drei Schwerpflegebedürftigen sind in kein DMP eingeschrieben. Mit über 22% sind Schwerpflegebedürftige am häufigsten im DMP für Diabetes Typ II. Mehr als jeder Zehnte ist im strukturieren Behandlungsprogramm für Koronare Herzerkrankungen (KHK). Etwa 4% sind im DMP für chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Die weiteren ausgewerteten Behandlungsprogramme zu Asthma bronchiale, Brustkrebs und Diabetes Typ I betreffen nur für sehr wenige Schwerpflegebedürftige. 99,2% blieben über einen Zeitraum von 6 Monaten in den gleichen DMPs eingeschrieben, bei 0,8% kam ein weiteres hinzu.

Schlussfolgerung: Es gibt eine hohe Kontinuität bei der Einschreibung in DMPs unter Pflegebedürftigen. Die DMPs für Diabetes Typ II und KHK sind für diese Gruppe besonders relevant. Die spezifischen Bedürfnisse von ambulant versorgten Pflegebedürftigen und ihren Familien sollte bei der Gestaltung und Umsetzung der DMPs verstärkt berücksichtigt werden.