Palliativmedizin 2014; 15 - PD339
DOI: 10.1055/s-0034-1374509

Die fachärztliche Versorgung von Menschen mit Demenz in Mecklenburg-Vorpommern

G Aßmann 1, A Kiehn 1, R Thyrian 2, HJ Grabe 2, 3, W Hoffmann 2, S Fleßa 1, 2
  • 1Universität Greifswald, Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement, Greifswald, Deutschland
  • 2Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Greifswald, Deutschland
  • 3Universitätsmedizin Greifswald, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Greifswald, Deutschland

Bei einer stetig wachsenden Demenzprävalenz zeigt sich schon heute, dass bei der fachärztlichen Betreuung Defizite entstehen können. In Mecklenburg-Vorpommern (MV), einem Flächenland mit geringer Facharztdichte, einer jedoch überdurchschnittlich alten Bevölkerung, treten bereits gegenwärtig Probleme auf. Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen evaluiert im Rahmen der DelpHi-MV-Studie den Bedarf von Demenzpatienten. Dabei stellt sich automatisch die Frage, welche Versorgungsformen in welchem Umfang tatsächlich vorhanden sind. Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit den zurzeit vorhandenen Versorgungsstrukturen und untersucht die durch niedergelassene Fachärzte angebotene Versorgung von Menschen mit Demenz (MmD) in MV. Durch den Mangel an derzeitig verfügbaren Daten wurde ein qualitativer Ansatz gewählt, in dessen Fokus die Facharztperspektive (Neurologie, Psychiatrie und Nervenheilkunde) steht. Mittels leitfadengestützter Interviews sollten versorgungsrelevante Fragen aus den Bereichen „Erreichbarkeit“, „Diagnostik und Therapie“ und „Probleme und Verbesserungspotentiale“ beantwortet werden und eine quantitative Erhebung vorbereiten. Von N = 52 angefragten Fachärzten konnten n = 15 befragt werden. Deren Angaben zufolge müssen Patienten mit einem Demenzverdacht sechs bis acht Wochen auf einen Termin warten. Dies lässt sich u.a. aus der großen Anzahl von Patienten herleiten, die vom Facharzt betreut werden (durchschnittlich werden 150 Patienten mit Demenz vom Facharzt versorgt, pro Quartal werden 13 neu diagnostiziert). Es war feststellbar, dass sich Fachärzte eine stärkere Beteiligung des Hausarztes, im Sinne einer Entlastung wünschen. Um eine ausreichende, zeitnahe Versorgung von MmD in Zukunft gewährleisten zu können, müssen die vorhandenen Strukturen, darunter auch die der fachärztlichen Einrichtungen, optimiert werden. Die Ergebnisse werden durch die Selektivität der Stichprobe eingeschränkt und eine umfassende quantitative Erhebung sollte folgen.