Palliativmedizin 2014; 15 - PD344
DOI: 10.1055/s-0034-1374514

Hausärztliche Versorgung bei Demenz – Entwicklung einer komplexen Intervention

V Leve 1, JV Michel 2, S Wilm 1, HC Vollmar 1, 3, M Pentzek 1
  • 1Institut für Allgemeinmedizin, Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • 2Faculty of Health, Medicine and Life Sciences, Maastricht University, Maastricht, Niederlande
  • 3Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland

Fragestellung: Ergebnisse eines systematischen Reviews des CADIF-Projektes (Changing Attitudes towards Dementia In Family practice) zeigen auf, dass komplexe Interventionen, die über eine reine Wissensvermittlung hinausgehen, dazu beitragen können, die Versorgung von Menschen mit Demenz in der hausärztlichen Praxis zu verbessern. Im Rahmen des CADIF-Projektes wurde eine solche komplexe Intervention entwickelt, die sowohl die hausärztlichen Einstellungen zu Demenzen als auch den hausärztlichen Praxisalltag berücksichtigt.

Methodik: Im Sinne des sequentiellen Phasenmodells zur Entwicklung komplexer Interventionen ist die Anwendung qualitativer Forschungsmethoden unumgänglich. Deshalb wurde die CADIF-Intervention im Rahmen von Fokusgruppen mit Hausärzten/innen auf ihren Anwendungsbezug überprüft. Themen: Welche Elemente komplexer Interventionen lassen sich aus dem internationalen Kontext auch auf das deutsche Gesundheitssystem übertragen? Wie bewerten Hausärzte/innen den Anwendungsbezug einzelner Anteile dieser komplexen Intervention? Welche Schwächen und Optimierungsmöglichkeiten lassen sich ermitteln?

Ergebnis: Insgesamt vier Fokusgruppen mit 27 Teilnehmenden wurden durchgeführt und trugen zur Weiterentwicklung einzelner Interventionselemente bei. Insbesondere Themen zur Kooperation mit anderen Disziplinen und Berufsgruppen, der Umgang mit Fahruntauglichkeit bei Demenz sowie Materialien zur Kommunikation mit und zur Sensibilisierung von Angehörigen wurden von den Teilnehmenden als bedeutsam für die Versorgung bewertet.

Schlussfolgerungen: Die unter Einbezug von Hausärzten/innen entwickelte komplexe Intervention wird im weiteren Verlauf des Projektes in 10 Hausarztpraxen getestet. Im Anschluss an den Pretest wird ein Design für eine cluster-randomisierte Studie entwickelt.

Literatur: [1] Campbell M, Fitzpatrick R, Haines A et al. (2000) Framework for design and evaluation of complex interventions to improve health. BMJ 321: 694 – 696