Palliativmedizin 2014; 15 - PD346
DOI: 10.1055/s-0034-1374516

Entlassung von Patienten mit Demenz und kognitiven Defiziten aus dem Krankenhaus

AK Fasel 1, A Christ 1, BGK Eul 1, T Petri 1, H Sandvold 1, N Lang 1, U Sibelius 1
  • 1Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Medizinische Klinik V, Gießen, Deutschland

Im Zuge des demographischen Wandels erwarten wir eine deutliche Zunahme der absoluten Anzahl der an Demenz, oder anderen hirnorganischen Erkrankungen mit einer pathologisch eingeschränkten kognitiven Funktion (im restlichen Text als kognitive Defizite zusammengefasst), betroffenen Menschen in der Gesellschaft. Dieser Wandel wird sich auch zwangsläufig in der Zusammensetzung der Patienten in den Akutkrankenhäusern widerspiegeln. Aktuell führen wir eine deskriptive Studie an der Uniklinik Gießen und Marburg (Standort Gießen) durch, bei der wir Patienten mit kognitiven Defiziten, oder stellvertretend deren gesetzliche Betreuer, bezüglich ihrer momentanen Lebenssituation befragen und dabei mögliche Schwierigkeiten in der Versorgung ergründen. Die Befragung findet zu vier unterschiedliche Zeitpunkten (nach Aufnahme in der Uniklinik Gießen, kurz vor der Entlassung, eine Woche nach der Entlassung, und vier Wochen nach der Entlassung) statt. Ziel ist es, die aktuelle Situation bezüglich der Krankenhausentlassung von Patienten mit kognitiven Defiziten zu erfassen.

Hierbei werden die Probleme im Krankenhaus, die Probleme der Entlassungsorganisation und die Probleme in der häuslichen Versorgung herausgearbeitet.

Des Weiteren werden der körperliche Zustand des Patienten sowie eventuelle erneute Krankenhauseinweisungen innerhalb der ersten vier Wochen nach der Entlassung erfragt.

Wir erhoffen uns von dieser Studie vor allem konkrete Ansätze für die Weiterentwicklung bzw. Entwicklung von Versorgungskonzepten, um langfristig neue ambulante Versorgungsstrukturen identifizieren und implementieren zu können. Dadurch sollen zukünftig unnötige und oft als sehr belastend empfundene Krankenhausaufenthalte verkürzt oder vermieden und gleichzeitig Angehörige und Betroffene entlastet werden. Die Befragung von 200 Patienten wird voraussichtlich im 3. Quartal 2015 beendet werden.