Palliativmedizin 2014; 15 - PD347
DOI: 10.1055/s-0034-1374517

Eine Strategie für die Auswahl gesundheitsbezogener Printmedien – die ‚Integrative Kriterienliste‘

K Wippermann 1, A Menzel-Begemann 1, B Klünder 1
  • 1Universität Bielefeld, Fak.f. Gesundheitswissenschaften/AG Versorgungsforschung & Pflegewissenschaft, Bielefeld, Deutschland

Hintergrund: Informationen sind eine Voraussetzung für gesundheitsbezogene Selbstmanagementfähigkeiten und Grundlage, um sich eigenverantwortlich in einem oftmals intransparenten Versorgungswesen zu bewegen. Kompetentes Agieren setzt evidenzbasierte Informationen voraus. Sie müssen leicht zugänglich und nutzerorientiert zur Verfügung gestellt werden, Genauigkeits-, Zuverlässigkeits- und Transparenzkriterien erfüllen sowie in relevantes Handeln umsetzbar sein. Bisherige Instrumente zur Qualitätsbeurteilung berücksichtigen diese Anforderungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten; ein die verschiedenen Aspekte integrierendes und trotzdem handhabbares Beurteilungsinstrument liegt nicht vor.

Ziel ist, ein integratives Instrument zur Beurteilung der Qualität gesundheitsbezogener Informationen bereitzustellen, das auf etablierten Bewertungsverfahren basiert. Es soll insbesondere bei der Auswahl von Printmedien unterstützen, die zur Selbstinformation/zum Selbstlernen zur Verfügung gestellt werden.

Methode: Die zahlreichen Kriterien bestehender Beurteilungsinstrumente wurden in einer Matrix gegenübergestellt und hinsichtlich Gemeinsamkeiten und Relevanz analysiert. Darauf basierend wurden im Rahmen einer Expertenrunde notwendige und ergänzende Bedingungen festgelegt.

Ergebnisse: Die Zusammenstellung der bestehenden Beurteilungsinstrumente ergab eine Auflistung von 103 Bewertungsaspekten. Die Analyse dieser Aspekte mündete in eine Reduktion auf 30 Kriterien, die abschließend durch ein Zusatzkriterium ergänzt wurden.

Diskussion: Ein wie hier dargestelltes Entscheidungsinstrument zur Medienauswahl unterstützt eine nutzerorientierte Versorgung. Denn im Versorgungshandeln tragen Informationen zum Empowerment bei und können die Versorgungsqualität erheblich beeinflussen. Dies ist insofern von Bedeutung, als mit der steigenden Autonomie diese Versorgungsqualität künftig maßgeblich durch eigenes, informationsbasiertes Handeln (mit)bestimmt werden kann und muss.