Notfallmedizin up2date 2014; 9(3): 209-210
DOI: 10.1055/s-0034-1383210
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Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Referat: Manuelle Reanimation (bisher) besser!

Contributor(s):
F. Bischof
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Publication Date:
22 October 2014 (online)

Fazit

Die Datenlage zur Bedeutung dieser Devices war bisher strittig, einerseits zeigten Studien am Tiermodell eine deutlich bessere Hämodynamik, in kleineren zum Teil hochrangig publizierten Studien einen deutlichen Überlebensvorteil und Case Reports zeigten den erfolgreichen Einsatz unter schwierigen Bedingungen, andererseits wurden in verschiedenen Veröffentlichungen keinerlei oder sogar negative Effekte beschrieben [1], [2], [5]–[9], [11]. Ong et al. fassten dies 2012 in einem Review zusammen: “… there is no evidence that mechanical CPR devices improve survival, to the contrary they may worsen neurological outcome” [4]. In der Studie von Hallstrom et al. zeigte sich eine stark erhöhte Mortalität, verbunden mit einem ebenfalls deutlich schlechteren neurologischen Outcome [10]. Die CIRC-Studie konnte mit einer hohen Fallzahl zeigen, dass im Vergleich mit einer qualitativ hochwertigen manuellen CPR die iA-CPR statistisch gleichwertig ist. Ein ähnliches Ergebnis zeigte ebenfalls in diesem Jahr die LINC (LUCAS in Cardiac Arrest)-Studie mit über 300 Patienten in jedem Therapiearm. Die mechanische Thoraxkompression zeigte in der klinischen Anwendung keine höhere Effektivität als eine manuelle CPR. Es gab keine signifikanten Unterschiede im 4-Stunden-Überleben und ein vergleichbar gutes neurologisches Outcome nach 6 Monaten [3]. Die aktuellen Daten zeigen den hohen Wert einer professionell durchgeführten manuellen CPR, die aktuell durch moderne automatische Devices nicht übertroffen werden kann. Insbesondere in der Kontinuität und Frequenz von Kompression und Beatmung und damit auch in der Reduzierung der „No-Flow“-Intervalls zeigt sich die manuelle Reanimation überlegen, allerdings ohne Einfluss auf das Outcome. Automatisierte Devices zur Thoraxkompression bieten eine gleichwertige Sicherheit und Effektivität zur manuellen Reanimation und können zum jetzigen Zeitpunkt angewendet werden. Weitere Vorteile oder Optimierungsmöglichkeiten müssen in zukünftigen Untersuchungen betrachtet werden.