Akt Neurol 2014; 41(10): 571-572
DOI: 10.1055/s-0034-1387516
Editorial
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Psyche oder Soma? Neurologische Psychosomatik in der Praxis

Somatoform Disorders in Neurological Practice
M. Dieterich
Klinik und Poliklinik für Neurologie mit Friedrich-Baur Institut für Muskelkrankheiten, Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität München
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
08 January 2015 (online)

Bei mindestens 20 % der ambulanten und 5 % der stationären neurologischen Patienten kann auch nach ausführlicher somatischer Diagnostik keine ausreichende Erklärung für die geklagten Körperbeschwerden im Sinne einer kausalen Organpathologie gefunden werden [1]; es handelt sich um medizinisch unerklärte Körperbeschwerden respektive somatoforme Störungen. Die größte Subgruppe stellen dabei die Bewegungsstörungen dar [2] [3], die in der psychosomatischen Klassifikation als dissoziative und im klinisch-neurologischen Sprachgebrauch als psychogene Bewegungsstörungen gefasst werden, gefolgt von der Subgruppe Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Mit ungefähr der Hälfte aller Fälle ist der psychogene Tremor die häufigste dissoziative Bewegungsstörung [4].